Gründüngung
Einleitung
von: Ralf Gutzki
Datum: 09.04.2003
Die Gründüngung ist eine alte Methode zur Bodenverbesserung, die ursprünglich aus dem Ackerbau stammt.
Dies Art der Düngung bietet viele Vorteile:
- Unerwünschte Wildkräuter werden unterdrückt.
- Die Wurzeln der Pflanzen lockern und durchlüften den Boden.
- Mäht man die Pflanzen ab, entsteht wertvolles Material zum Mulchen oder Kompostieren.
- Einige Pflanzen (die Leguminosen) sind in der Lage Stickstoff aus der Luft zu fixieren und so den Boden zu bereichern.
- Gründüngung begrünt kahle Flächen (wichtig, wenn man in einen Neubau gezogen ist und eine Gartenwüste vorfindet!)
- Der Boden wird durch Bodenorganismen belebt, die Pflanzenreste verarbeiten.
- Die Wasserspeicherung im Boden wird verbessert, weil die Wurzeln der Pflanzen ihn gut durchwurzeln (auch die Krümelstruktur wird dadurch verbessert !)
- Einige Pflanzen können hartnäckige Bodenkrankheiten und -schädlinge bekämpfen (z.B. Tagetes gegen Nematoden)
In Hanglagen kann der Bodenabspülung (Erosion) entgegengewirkt werden.
Alle Schmetterlingsblütler (Leguminosen: z.B. Bohnen-, Erbsen-, Wicken- und Kleearten) können im Unterschied zu den meisten anderen Pflanzenarten mit Hilfe der sogenannten Knöllchenbakterien (Rhizobiumarten) Stickstoff aus der Bodenluft (sie enthält 78% Stickstoff) gewinnen. Die Bakterien bilden dabei Symbiosen mit den Wurzeln dieser Pflanzen. Der Stickstoff wird in den Knöllchen gespeichert, weshalb der Name Knöllchenbakterien entstand.
Die abgestorbenen Pflanzen versorgt den Boden dann mit organisch gebundenem Stickstoff.
Die Leguminosen müßen dafür eine gewisse Zeit dort heranwachsen bevor sie abgemäht werden (6-15 Wochen).
Wurden schon vorher dort Leguminosen angebaut sind auch schon Knöllchenbakterien im Boden
die dann auch mehr Stickstoff binden können. Dabei hat sich herrausgestellt das jede Art ihre eigenen Knöllchenbakterien braucht. Man unterscheidet mehrere Rhizobiumarten, die jeweils für bestimmte Pflanzengattungen spezifisch sind (z.B. Erbsengruppe, Kleegruppe, Lupinengruppe, Medicagogruppe, Phaseolusbohnengruppe, Sojagruppe) .
Wer seinen Boden also speziell mit Stickstoff anreichern möchte, sollte dafür auf Leguminosenarten zurückgreifen.
Als Gründung (speziell Leguminosen) empfiehlt sich:
- Sommerwicke (Vicia sativa)
- Ackerbohne (Vicia faba var.)
- Gelbe Lupine (Lupinus luteus)
- Blaue Lupine (Lupinus angustifolius)
- Weiße Lupine (Lupinus albus)
- Luzerne (Alfalfa)
- Persischer Klee (Trifolium resupinatum)
- Inkarnatklee
- Weißklee
- Bockshornklee
Weitere Arten, die sich zur Gründüngung eignen sind:
- Ölrettich (Raphanus sativus) (Kreutzblüter)
- Gelbsenf (Sinapis alba) (Kreutzblüter)
- Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia)–> lockt Bienen und Hummeln an !
- Studentenblume (Tagetes)
- Ringelblume (Calendula officinalis)
- Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
- Hafer (Avena sativa)
- Spinat (Spinacia oleracea)
- Feldsalat (Valerianella locusta)
- Winterraps (Brassica napus var. napus) (Kreutzblüter)
- Winterroggen (Secale cereale)
Vorsicht Kreutzblüter: Nicht dort aussäen, wo später Kohl gepflanzt werden soll! (siehe Fruchtfolge/Fruchtwechsel)
Aufgrund der Kreuzblütler haben sich im Boden zahlreiche Krankheitserreger angesiedelt (Kohlhernie und Nematoden). Ausnahmen: Die Ölrettichsorte ‘Nemex’ sowie die Senfsorte ‘Maxi’können im Boden befindliche Nematoden sogar dezimieren. Eine ähnliche Gesundungswirkung haben Gräserarten, Tagetes (Saat von Mai bis August) sowie Ringelblumen.
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Betreff: Re: Gründüngung-wann umgraben?
Datum: Fri, 28 Nov 2003 15:45:56 +0100
Von: “Stephan Romahn”
Foren: de.rec.garten
Hallo Ralf,
> ah, der Versprochene Bericht :>)
> Habt ihr da auch über Rotklee, dass über dem Winter so viel
> Stickstoff ins Grundwasser lassen soll, gesprochen?Wir haben drei Tage lang über ganz viel gesprochen ;-9
Auch über Klee und Kleegras. Deine Rotklee-Frage hätte ich Dir auch schon
vorher beantworten können :
Stickstoff - egal ob von Rotklee oder woah´nders her, wird nur ausgewachen
wenn es mineralisiert vorliegt und nicht von Pflanzen “gefresen” wird. Im
Winter haben die keinen Hunger. Also sollte auch nicht so viel mineralischer
Stickstoff vorliegen, sondern der sollte organisch im Boden oder in der
Pflanze gebunden sein.
Auswaschung von Stickstoff im Winter aus Leguminosen bekommst Du dann, wenn
Ordnungsfanatiker die Gründüngung/das Klegras zu früh umbrechen und die
organische Masse daraus im warmen Boden durch ncoh vorhandene Bodenaktivität
mineralisert wird. Wenn dann nicht noch stickstoffzehrende Zwischenfrüchte
(Gräser wie Weidelgras z.B. , Senf) oder gärternische Kulturen
Nährstoffbedarf haben, dann fließt der Stickstoff teilweise gen Grundwasser.
Also: Entweder Stickstoff wieder mit Pflanzen vor dem Winter binden oder im
Winter - wenn nichts mehr mineralisiert- oder zum Frühjahr wenn
nährstoffbedarf da ist den Klee umbrechen.
> Und wie schnell kommen die Knöllchenbakterien?
Das hängt ganz von der Leguminosenart und vom Boden ab. Wenn schon massig
Stickstoff vorrätig ist, dann müssen sich auch die Knöllchenbakterien nicht
so sehr in das Zeug legen.
Gemeinhin kommen die Knöllchen aber ziemlich zügig.
Neu war mir aber die Erkenntnis, daß auch bei vermeintlich kümmerlichem
Gründungaufwuchs die Wurzeltiefe und die Wurzelmasse extrem gut sein kann.
Die Wurzel ist fast wichtiger als der grüne Aufwuchs.
Freundliche Grüße
Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
–
http://www.srgruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung Know how, Material und Grün aus Naturland
annerkanntem ökologischen Gartenbau
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Tabelle einiger Gründüngungspflanzen
Legende: Saatzeiten: A= Anfang; E=Ende; M=Mitte; Zahl=Monat
| Name | Familie | Saatzeit | Saatmenge in g/m² | bevorzugte Bodenart | Kulturdauer in Wochen |
Bemerkung |
| Sommerwicke (Vicia sativa) |
Leguminosen | M5-M8 | 18 | alle | 6-8 | Stickstoffsammler |
| Gelbe Lupine (Lupinus luteus) |
Leguminosen | M4-A9 | 20 | sandige, leicht saure | 12 | Stickstoffsammler, Tiefwurzler |
| Blaue Lupine (Lupinus angustifolius) |
Leguminosen | M4-A9 | 20 | sandige-mittlere | 12-15 | Stickstoffsammler, Tiefwurzler |
| Weiße Lupine (Lupinus albus) |
Leguminosen | A5-E8 | 20 | mittlere | 12-15 | Stickstoffsammler, Tiefwurzler |
| Persischer Klee (Trifolium resupinatum) |
Leguminosen | M3-M8 | 5 | mittlere | 12-15 | Stickstoffsammler |
| Ölrettich (Raphanus sativus) |
Kreuzblütler | M4-A9 | 5 | alle | 6-8 | Tiefwurzler |
| Gelbsenf (Sinapis alba) |
Kreuzblütler | M3-E9 | 5 | alle | 4-5 | raschwachsend |
| Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) |
Wasserblatt- gewächse |
M3-E8 | 3 | alle | 6-9 | frosthart bis -8°C |
| Studentenblume (Tagetes spec.) |
Korbblütler | A5-M9 | 3 | alle | wirkt gegen Nematoden | |
| Ringelblume (Calendula officinalis) |
Korbblütler | E3-M9 | 6 | alle | geringe Wirkung gegen Nematoden | |
| Buchweizen (Fagopyrum esculentum) |
Knöterich- gewächse |
A5-M8 | 10 | sandige,leicht saure | 8 | Bienenweide günstig für Sandböden |
| Hafer (Avena sativa) |
Gräser | A3-M8 | 16 | alle | 8-12 | |
| Winterzottelwicke (Vicia villosa) |
Leguminosen | A8-M9 | 18 | mittlere | Stickstoffsammler | |
| Ackerbohne (Vicia faba var.) |
Leguminosen | M2-M10 | 20 | alle | 8-10 | Stickstoffsammler relativ frosthart gute Durchwurzlung (Pfalwurzel 60-120cm tief) |
| Serradella (Ornithopus sativus) |
Leguminosen | M5-M8 | 10 | leichte | Stickstoffsammler, niedrig bleibend | |
| Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) |
Leguminosen | E7-A9 | 6 | alle | Stickstoffsammler | |
| Spinat (Spinacia oleracea) |
Gänsefuß- gewächse |
E2-M9 | 10 | alle | bei Kahlfrösten mit Vlies abdecken | |
| Feldsalat (Valerianella locusta) |
Baldrian- gewächse |
M8-M9 | 6 | alle | intensive, oberflächliche Durchwurzlung | |
| Winterraps (Brassica napus var. napus) |
Kreuzblütler | M8-A9 | 5 | alle | Tiefwurzler | |
| Winterroggen (Secale cereale) |
Gräser | E9-M10 | 20 | alle | Einsaat spät möglich |
Autoren: Rald Gutzki, Stephan Romahn
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In unberührten Ökosystemen gibt es keine nackten Bodenflächen. Erst seitdem der Mensch den Boden bearbeitet ( in der Landwirtschaft und im Garten) wird der Boden den Witterungseinflüssen oft für längere Zeit schutzlos ausgesetzt. Deshalb ist es sinnvoll, Zeiten ,in denen ein Beet im Garten z.B. abgeerntet ist, durch sinnvolles Bedecken und Begrünen zu überbrücken.
Dies kann durch Einsaat eines Gründüngers geschehen.
Unter Gründüngung versteht man eine kurz- oder längerfristige Bodenbegrünung durch bestimmte Pflanzenarten.
Die dabei gebildete Pflanzenmasse wird grün geschnitten in den Boden eingearbeitet oder gemulcht und dient so dem Schutz des Bodens, der Erhaltung und Verbesserung seiner Fruchtbarkeit. Gründüngung im Herbst schützt vor Nährstoffauswaschungen in den Wintermonaten, bietet den Bodenorganismen Schutz und Nahrung und erspart auf schweren Böden die Bearbeitungen.Die Bodeneigenschaften werden mit Pflanzenmasse verbessert, die der Boden selbst produziert hat.
Die Gründüngungspflanzen durchwurzeln tiefere Bodenschichten, ziehen damit quasi Nährstoffe nach oben in einen Bereich, der von den flacher wurzelnden Folgepflanzungen evtl. nicht erreicht werden kann. Verdichtungen wird entgegengewirkt und das gesamte Bodenleben aktiviert. Die geschlossene Pflanzendecke unterdrückt das Unkraut und schützt vor Auswaschungen bei starken Niederschlägen und vor der Winderosion. Nachdem die oberirdischen Pflanzenteile abgeschnitten wurden, verrotten die Wurzeln und bieten den Organismen eine begehrte Nahrungsquelle. Es entsteht eine Vielzahl von Hohlräumen und damit eine bessere Durchlüftung des Bodens.
Die abgeschnittenen Pflanzenteile, gemulcht oder eingearbeitet, reichern den Boden mit einer enormen organischen Masse an, welches die Bodenorganismen zu starker Aktivität veranlasst.
Die Gründüngung reichert weniger den Humus der Böden an, vielmehr sorgt sie für eine Aktivierung des Bodens und eine organische Düngung der Folgekulturen. Die meisten Gründüngungspflanzen besitzen ein ausgeprägtes Pfahlwurzelsystem mit der Fähigkeit, auch grobschollige oder verdichtete Böden zu durchstoßen.
Allerdings bleibt festzuhalten, dass kurzfristige Gründüngungsmaßnahmen, z.B. als Zwischensaat, verständlicherweise eine geringere Wurzelraumerschließung bringen, als eine längere Vegetationsdauer. Sinnvolle Gründüngung bedeutet ferner eine zunehmende Pflanzenschutzwirkung der nachfolgenden Kulturen. Je belebter ein Boden ist, desto mehr „Gegenspieler“ haben die Krankheitserreger. Als Beispiel sei hier nur die biologische Bekämpfung der Nematoden mit Tagetes, Ringelblumen, Zichorienarten etc. genannt. Um Nachbauprobleme bei der Anwendung von Gründüngung zu vermeiden, ist die Kenntnis einiger Zusammenhänge wichtig. Gemüse und Gründüngungspflanzen gehören oft zur gleichen Pflanzenfamilie. In solchen Fällen sollte man bekannte Unverträglichkeiten in der Fruchtfolgeplanung berücksichtigen.
Im Gemüsegarten ist die Kohlhernie eine der gefürchtetsten und am schwersten zu bekämpfenden Krankheiten. Bei Fruchtfolgen mit Kohlarten (mit allen Kohlarten!) sind Gründüngungspflanzen aus der Familie der Kreuzblütler strikt zu vermeiden. Das gilt auch für Senf, der selbst daran erkranken und das Risiko der Verbreitung vergrößern kann. Im Hinblick auf Nachbauprobleme sind daher Arten am besten zur Gründüngung geeignet, die mit unseren Nutzpflanzen nicht verwandt sind, z.B. Phacelia tanacetifolia („Bienenfreund“) aus der Familie der Wasserblattgewächse.
Zur Praxis der Gründüngung:
Die auf den Packungen angegebenen Aussaatmengen sollten eingehalten werden, um eine ausreichende Bestandsdichte zu bekommen. Andererseits darf es auch nicht zu viel sein, weil den Einzelpflanzen sonst nicht genug Raum zur Entwicklung bleibt. Meist sind die häufigsten Gründüngungspflanzen recht bescheiden in ihren Ansprüchen an den Wasserbedarf. Trotzdem sollte bei zu großer Trockenheit (schönen Gruß an den vergangenen Sommer!) zusätzlich gewässert werden. Die Kreuzblütler bringen bereits nach etwa 6 Wochen beachtliche Erträge, Perserklee, Lupinen und Sonnenblumen nach ca. 3 Monaten. Erstere sind deshalb auch zur Überbrückung von Zwischenzeiten geeignet.
Nach Mitte September reicht die Zeit in der Regel nicht mehr für eine ausreichende Grünmassebildung.
Nach dem Abmähen und Zerkleinern lässt man die Pflanzen zunächst anwelken, dann werden sie gleichmäßig und leicht eingearbeitet. Dieses flache Einarbeiten ist besonders bei schweren Böden wichtig, damit keine negativen Fäulnis- und Gärungsprozesse entstehen. Man kann die oberirdischen Pflanzenteile natürlich auch kompostieren und hinterlässt nur die Wurzelmasse für die Bodenaktivitäten.
Auch eine Reihengründüngung ist machbar. Damit lassen sich bewusst die Kulturpflanzen in den Nachbarreihen fördern. Z.B. Kapuzinerkresse neben Kartoffeln und Tomaten, Kamille neben Lauch, Ringelblumen neben Möhren, Dill neben anderen Doldenblütlern, Senf neben Kartoffeln.
Die bekanntesten Gründüngungspflanzen gehören überwiegend zu den Familien der Schmetterlings- und der Kreuzblütler.
Schmetterlingsblütler (Leguminosen) Sie sind bekannt für ihre ausgeprägte Fähigkeit, mit Hilfe der Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft in pflanzenverfügbare Formen zu überführen. Die Bakterien dringen durch die Wurzelhaare in die Rindenschicht der Wurzeln ein und veranlassen die Pflanze zu knöllchenförmigen Gewebewucherungen. Diese Bakterien vermögen Stickstoff aus der Luft zu binden und ihrer Wirtspflanze zur Verfügung zu stellen. Massenerträge und Stickstoffgewinnung sind natürlich dann am höchsten, wenn schon im Frühjahr und nicht erst im Spätsommer gesät wurde.
Bei den Leguminosen wird zwischen einjährigen, abfrierenden und winterfesten Arten unterschieden.
Frostempfindliche, abfrierende Schmetterlingsblütler:
Die Gelbe Lupine (Lupinus luteus) bringt die höchsten Grünmassen bei ausreichend langer Wachstumszeit. Sie ist für sandige, kalkarme und trockene Böden geeignet und verträgt leichte Fröste. Aussaatzeit: April-Mai
Die Blaue oder Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius) ist gegen Frost am widerstandsfähigsten, bildet die längsten Pfahlwurzeln und wird auf schwach sauren, sandigen Böden bevorzugt verwendet.
Ackerbohnen (Vicia faba minor) können schon ab Ende Febr./Anfang März gesät werden, z.B. als Vorkultur für Gurken und Tomaten. Die Ackerbohne wächst überall, am besten sind mittelschwere, lehmig-feuchte Böden. Auch ihre Wurzeln reichen tief hinunter.
Ein Nachteil dieser Kultur ist die Gefahr, dass sie recht früh von Blattläusen befallen werden können.
Futtererbsen (Pisum sativum) sind trockenempfindlich, durchwurzeln den Boden flach und benötigen stützende Hilfen durch andere Pflanzen, z.B. Ackerbohnen. Deshalb werden sie nur gemischt mit anderen Gewächsen angebaut.
Der Perserklee (Trifolium resupinatum) hat recht bescheidene Bodenansprüche, kommt deshalb auch mit sandigen Standorten zurecht. Er sorgt für eine breite Durchwurzelung und unterdrückt Unkrautwuchs
Frostfeste Schmetterlingsblütler:
Die überwinternden Leguminosen eignen sich vor allem für Zwischen- und Untersaaten oder für Dauerkulturen, wie z.B. für Sträucher oder zur Bepflanzung von Baumscheiben.
Zottelwicke (Vicia villosa) ist anspruchsloser als die eng verwandte Sommerwicke. Ihre Pfahlwurzel dringt tief nach unten, sie ist recht trockenverträglich und stellt keine besonderen Standortansprüche, wächst aber recht gut auf leichten, nicht zu sauren Böden.Auch sie sollte mit anderen Pflanzen gemischt werden, da ihre zarten Stengel einer Stütze bedürfen.
Am bekanntesten ist das „Landsberger Gemenge“, das Zottelwicke gemeinsam mit Welschem Weidelgras und Inkarnatklee enthält.
Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) stellt recht hohe Wärmeansprüche. Schwere Ton- und sehr leichte Sandböden sind ungeeignet. Wegen seines beachtlichen Durchwurzelungsvermögens wird er vor allem in Gemengen zur Bodenverbesserung empfohlen. Aussaatzeit: Mai-Juni oder Ende Juli-Anfang September.
Und dann gibt es da noch den Gelben Steinklee (Melilotus officinalis) der mit seinen kräftigen Wurzeln tief in den Boden eindringt. Er blüht erst im zweiten Standjahr.
Er enthält den Wirkstoff Kumarin, welcher Wühlmäuse abhalten soll, weshalb die Empfehlung ausgesprochen wird, Steinklee vor der Pflanzung von Obstbäumen zu säen.
Dies habe ich einem Buch entnommen und gebe es jetzt mal so ungeprüft weiter.
Kreuzblütler (Cruciferen)
Sie sind schnell- und massenwüchsig mit intensiver Durchwurzelung des Bodens. Von den Kreuzblütlern ist allgemein bekannt, dass durch ihre aggressive Wurzeltätigkeit im Boden auch schwerer lösliche Mineralstoffverbindungen erschlossen und verwertet werden können. Das Saatgut dieser Pflanzen ist preisgünstiger als das der Leguminosen. Achtung: Dort wo Kohlarten angebaut werden sollen, auf Kreuzblütler wegen der gefürchteten Kohlhernie verzichten!
Der Gelbsenf (Sinapis alba) ist nicht winterhart, keimt sehr schnell und bildet innerhalb von 1 – 2 Wochen eine geschlossene Gründecke, weshalb er sich besonders für Spät- und Zwischensaaten eignet.
Er stellt an den Boden keine besonderen Ansprüche und kommt auch mal mit etwas weniger Wasser aus. Er wehrt Nematoden ab und in Reihen gesät, soll er sich auch zur Schneckenabwehr eignen. Aussaatzeit: März-September.
Der Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis) ist winterhart, wächst sehr rasch mit hohem Blatt- und Stengelanteil, blüht bereits nach 5-6 Wochen. Er eignet sich nicht für saure Böden. Aussaatzeit: April-September
Andere Pflanzenarten zur Gründüngung:
Phazelia (Phacelia tanacetifolia) der“Bienenfreund“ oder auch „Büschelschön“ genannt, gehört zur Familie der Wasserblattgewächse.
Er ist schnell wachsend, trockenverträglich und recht anspruchslos. Wegen seiner Aussaatzeit von April bis August und seines schnellen Wachstums ist er als Zwischen- und Spätsaat geeignet.
Das flache, dichte Wurzelsystem hinterlässt nach seiner schnellen Verrottung eine feinkrümelige Struktur.
Dann gibt es im Handel noch fertige Saatgutmischungen, die auf verschiedene Bodenarten und Verwendungszwecke abgestimmt sind.
Alexandriner-Perserklee ist für alle Bodenarten geeignet. Man lässt dieses Gemenge im Sommer bis zur Blüte entwickeln, bevor erstmals geschnitten wird. Dadurch ist ein Höchstmaß an Stickstoffgewinnung erreicht.
Das Landsberger Gemenge wurde schon einmal erwähnt. Es ist auch für fast alle Bodenarten geeignet.
Die Fertigpackung „Grünaktiv“ ist für schwere Böden und enthält Ölrettich, Lupinen, Ackerbohnen und Saatwicken.
Im „Bodenkur-Grünhumus“ sind neben Lupinen noch Inkarnatklee und Phazelia.
Das Rotenburger-Kombi-Gemenge besteht nur aus Samen stickstoffsammelnder Pflanzen.
Autor: Ralf Quirbach
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