Jauchen
Autor (soweit nichts anderes erwähnt): Ralf Gutzki
Gefäße für die Jaucheherstellung
Die Gefäße für die Jaucheherstellung sollen aus Holz, Plastik oder Ton und außerdem gut verschließbar sein. Behälter aus Metall sind nicht geeignet, weil zwischen Metall und Jauche chemische Verbindungen eingegangen werden. Wichtig ist es auch, die Gefäße abzudecken, doch muß der Deckel eine Luftzufuhr gewährleisten.
Rezept für Jauchen und Brühen
Für 10 Liter Wasser reichen 1 kg frische Pflanzen oder 100 bis 200 g getrocknete Pflanzen.
Jauche wird stets kalt angesetzt und ist nach ca. 14 Tagen gebrauchsfertig. Sie wird stets 1: 10 verdünnt, d.h., ein Teil Jauche wird mit 10 Teilen Wasser vermischt (z.B. 1 Liter Jauche mit 10 Litern Wasser).
Zum Angießen von Setzlingen nimmt man eine Konzentration von 1:20 (1 Teil Jauche, 20 Teile Wasser).
Brühe wird stets aufgekocht und ist sofort nach der Abkühlung gebrauchsfertig. Je nach Rezept wird sie 1:10 oder 1:5 verdünnt. Sie wird zur Stärkung der Widerstandskraft und zur Abwehr von Schädlingen über die Pflanzen gespritzt. Nur bei bedeckten Himmel oder morgens oder abends ausbringen!
Kaltwasserauszug wird kalt angesetzt und ist nach (3)-6-24 Stunden gebrauchsfähig. Er wird meist unverdünnt gespritzt oder gegossen.
Pflanzenjauche ohne Geruchsbelästigung:
Der Nachteil einer Düngung mit Pflanzenjauchen ist zweifelsohne die dabei entstehende Geruchsbelästigung.
* Zur Geruchsbindung etwas Steinmehl, unter kräftigem Rühren eingestreut, den Geruch binden.
* Baldriantropfen dazugeben.
Als Jauche eignen sich:
* Brennessel (Urtica dioica, Urtica urens)
* Beinwell (Symphytum officinale), Comfrey (Symphytum peregrinum)
* Löwenzahn (Taraxacum officinale)
* Holunder (Sambucus nigra) -blüten und beeren (gering giftig) -Laub
* Bärenklau (Heracleum sphondylium)
* Wegericharten
* Kohl
Zugaben gegen Ungeziefer (Läuse, Schnecken)
* Lavendel (Lavandula angustifolia)
* Salbei (Salvia officinalis)
* Thymian (Thymus serpyllum)
* Ysop (Hyssopus officinalis)
Brennesseljauche (Urtica dioica, Urtica urens):Eine universell einsetzbare Düngejauche entsteht aus Brennesseln.
Es sind zwar nur wenige Nährstoffe enthalten aber die Brennesseljauche aktiviert die Bodenlebewesen die dann aus dem Humus Pflanzenverfügbare Nährstoffe bilden.
Man füllt einfach Brennesseln locker in ein Gefäß (Fass, Tonne), bis es dreiviertel voll ist und füllt es dann bis knapp unter den Rand mit Wasser auf. Nach ein bis zwei Tagen beginnt die Gärung. Nach 14 Tagen - bei kühler Witterung etwas später - ist die Gärung abgeschlossen.
Die Jauche immer wieder mal umrühren. Wenn sie aufhört zu schäumen, ist sie fertig.
Die Brennesseljauche verdünnt zum Angießen und Düngen aller Gemüse-, Obst- und Zierpflanzen verwendet werden.
* Zum Angießen von Setzlingen nimmt man eine Konzentration von 1:20 (1 Teil Jauche, 20 Teile Wasser); zur Stärkung und Kräftigung wöchentlich einmal alle Pflanzen mit einer Konzentration von 1:50 gießen.
Bei großen Pflanzen wird 1:10 Verdünnt.
Zur Bodenverbesserung im Frühjahr kann die Brennesseljauche unverdünnt ausgebracht werden.
Sie kann auch auf den Kompost gegossen werden.
Brennessel (Urtica dioica) Kaltwasserauszug:* Gegen Blattläuse, Milben, Blattchlorose:
1 Kilogramm frische Blätter und Stengel auf 10 Liter Wasser. 3-12 Stunden stehen lassen.
Mit einem Stab öffters mal in den Eimer Stochern. Bei Sonnenschein kann sie schon nach 3 Stunden fertig sein.
Zum Prüffen kurz den Finger reinhalten. Wenn es brennt ist sie gut.
Duch ein Sieb (Kaffefilter) unverdünnt in eine Spritzflasche füllen.
Oder Pflanzen übergiessen.
Sie ist nicht lange Haltbar. Wenn man länger wartet, wird das “Nesselgift” abgebaut.
Zwiebelschalenaufguß schützt Obst und Gemüse:Für den Zwiebelschalenaufguß läßt man 50 Gramm Zwiebelschalen in einem halben Liter Wasser gut aufkochen und danach abkühlen. Sind nicht genug Zwiebelschalen zur Hand, so kann man Blätter der Schwarzen Johannisbeere, Sauerampfer oder Knoblauchabfälle dem Aufguß untermischen.
Verwenden kann man den Aufguß für folgende Arten:
* Gegen Spinnmilben (Rote Spinne)
* an (Obstbäumen, Bohnen, Gurken und Tomaten, wozu man die befallenen Pflanzen mit unverdünntem Aufguß besprüht.
* Zum wirksamen Schutz vor Lagerfäule den Aufguß unverdünnt über das Lagerobst gießen. Das Obst hält dann wesentlich länger und bleibt vor Fäulen verschont. Der Zwiebelgeruch wird dabei nicht angenommen, sondern verschwindet nach zwei bis drei Wochen. Der Aufguß erhält seine Wirkung, solange man den Zwiebelgeruch wahrnimmt.Zwiebelschalenjauche:
Zwiebelschalen und andere Zwiebelabfälle gibt es in jedem Haushalt. Werden sie sorgfältig gesammelt, kann sich jeder auf einfachste Weise eine Zwiebelschalenjauche herstellen. Dazu nimmt man ein Pfund Zwiebelschalen, setzt diese in fünf Liter Wasser an und läßt sie fünf bis sieben Tage zum Vergären stehen.
Verwenden kann man diese Jauche in folgenden Fällen:
* Gegen Grauschimmel an Erdbeeren in der Verdünnung 1:10 über die Pflanzen gießen.
* Zum Abhalten der Möhrenfliege die Möhrenreihen mit im Verhältnis 1:20 verdünnter Jauche übersprühen.
* Zur Vorbeugung gegen die Kraut-und Knollenfäule der Kartoffeln die Jauche im Verhältnis 1:10 über den Boden gießen.
* Zur Vorbeugung und Kräftigung gegen Pilzbefall an Obstbäumen wird die Jauche ebenfalls im Verhältnis 1:10 über die Baumscheiben gegossen.
* Gegen die Blattfallkrankheit an Beerensträuchern werden die Sträucher mit der unverdünnten Jauche überspritzt.
Schachtelhalm - wirksam gegen Kohlhernie und andere Pilze:Zum Schutz vor Krankheiten aus dem Boden (Schwarzbeinigkeit, Kohlhernie) sollte man die Pflänzchen in eine Brühe aus Ackerschachtelhalm stellen (Schachtehalmbrühe).
lm Verhältnis 1:10 verdünnt kann man die Brühe auch zum Angeißen der Pflänzchen nehmen.
Maßnahmen gegen den Grauschimmel an Erdbeeren:Erdbeeren sind besonders dann gefährdet, wenn die reifenden Früchte auf dem Boden liegen. Schnell werden sie von einem grauen Pilzrasen (Grauschimmel) überzogen und faulen schließlich.
* Auch hier kann der Ackerschachtelhalm eingesetzt werden (Schachtehalmbrühe).
* Außerdem könnenJauchen und Brühen aus Zwiebelabfällen den Befall von Grauschimmel verhindern.
Schachtelhalmbrühe aus Ackerschachtelhalm, (Equisetum arvense):Von Mai bis August kann er auf Äckern und Wiesen, vor allem auf feuchten und verdichteten Böden gesammelt werden.
200 Gramm getrocknete bzw. 1,5 Kilogramm frische Schachtelhalmwedel werden in 10 Liter Wasser 24 Stunden eingeweicht. Dann eine Stunde kochen und zugedeckt abkühlen lassen. Vor Gebrauch durchseihen. In einer Verdünnung von 1:5 oder 1:10 über die gefährdeten Pflanzen gießen.
ACHTUNG:
Sumpf-Schachtelhalm, Equisetum palustre L. ist GIFTIG
Wald-Schachtelhaim, Equisetum sylvaticum L. ist GIFTIG
Inhaltsstoffe: Alkaloid Palustrin (Equisetin) u.a., Saponin, Kieselsäure.
Vergiftungen auf den hohen Gehalt an Palustrin zurückzuführen.
Beide dürfen in Teemischungen und in der Schachtelhalmbrühe nicht enthalten sein.
Wermutbrühe (Artemisia absinthium) gegen Blattläuse:Die im folgenden beschriebene Brühe wurde sehr erfolgreich gegen Blattläuse an Gemüse und Sommerblumen angewandt:
* Drei Eßlöffel getrockneter Wermut werden in einem Topf mit etwa zwei Liter kaltem Wasser übergossen, gut umgerührt und zugedeckt zehn bis zwölf Stunden stehengelassen. Dann wird abgesiebt und beiseite gestellt, die Wermutblätter werden gut ausgedrückt, erneut in einen Topf getan und mit zwei Liter kochendem Wasser übergossen. Diese Brühe läßt man 20 Minuten ziehen, siebt sie ab und gibt sie zu der schon vorher abgesiebten kalten Brühe.
Das ergibt insgesamt etwa vier Liter Wermutbrühe, wovon man jeweils ungefähr 0,5 Liter auf eine Gießkanne oder einen Eimer voll Wasser gibt. Damit werden die von Läusen befallenen Pflanzen gegossen oder bespritzt. Oft zeigt sich schon nach zweimaliger Behandlung ein Erfolg. Die Behandlung sollte jedoch eine Woche lang täglich durchgeführt werden.
Meerrettich: “Arznei” für kranke Obstbäume:Fast alle Obstgehölze haben unter verschiedenen Monilia-Pilzen zu leiden, wobei die Krankheit als Spitzendürre und Fruchtfäule in Erscheinung tritt.
* Bei der Spitzendürre werden die Triebe bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten, dabei sollte man krankes Holz nicht unter dem Baum liegenlassen und nicht kompostieren. Befallene Früchte sorgfältig auspflücken, keine Fruchtmumien an den Bäumen hängenlassen, Fallobst auflesen und befallene Früchte vernichten. Man sollte Steinmehl in den Boden einarbeiten und gefährdete Bäume vorbeugend mit Schachtelhalmbrühe spritzen.
* Obstbäume, die schon an Spitzendürre erkrankt waren, zusätzlich mit Meerrettichbrühe in die Blüte spritzen. Dazu schneidet man 150 Gramm Blätter und Wurzeln klein und läßt sie 20 Minuten lang in fünf Liter Wasser kochen. Die Brühe kann man unverdünnt oder in einer Verdünnung von 1:1 anwenden. Unter den besonders anfälligen Kirschbäumen empfiehlt es sich, Meerrettich anzupflanzen.
L öwenzahnjauche (Taraxacum officinale) sorgt für gesunde Früchte:Eine selbstzubereitete Löwenzahnjauche kann zur Wachstumsregulierung und Qualitätsverbesserung von Obst beitragen.
Löwenzahnjauche, die man als Jauche auch über die Blätter gießen kann, verbessert die Qualität von Erdbeeren.
* Dazu werden 1,5 bis 2 Kilogramm frische Löwenzahnpflanzen (Blüten und Blätter) in zehn Liter Wasser angesetzt. Nach 14 Tagen ist die Jauche gebrauchsfertig und kann unverdünnt oder im Verhältnis 1:5 im Frühjahr und Herbst über Boden und Pflanzen gegossen oder gespritzt werden.
* Mit gleichem Erfolg kann man Löwenzahntee verwenden, den man jeweils bei Bedarf aus getrockneten Blüten, Blättern und Wurzeln herstellen kann. 15 - 20 Gramm des getrockneten Löwenzahns werden mit einem Liter kochendem Wasser überbrüht. Die Mischung wird - ebenfalls im Frühjahr und im Herbst - über die Pflanzen gespritzt.
K apuzinerkresseaufguss (Tropaeolum majus),man könne damit u.a. Krebswunden an Obstbauemen auswaschen und so eine desinfizierende Wirkung erreichen. Fuer den >Aufguss< soll man 2 Haende voll frisches Kraut in einem Gefaess mit kochendem Wasser uebergiessen, so dass das Kraut gerade bedeckt ist. Eine Viertelstunde gut umruehren, absieben und in einem
gechlossenen Gefaess (Flasche) aufheben.
Wenn die Ameisen im Garten lästig werden:
In den Gärten haben wir es meistens mit drei Ameisenarten zu tun: der schwarzgrauen Wegameise, der gelben Wiesenarneise und der Rasenameise. Sie schädigen vor allem in trockenen Sommern durch Unterwanderung des Bodens, Zerstören der feinen Wurzeln und durch die Pflege von Blattläusen, die sie wegen der süßen Ausscheidungen (Honigtau) melken.Eine aus Orangenschalen zubereitete Jauche kann Abhilfe schaffen:
Ein Kilogramm frische beziehungsweise 200 Gramm getrocknete Orangenschalen werden mit zehn Liter Wasser angesetzt. Diese Jauche wird nach drei Wochen auf den störenden Ameisenbau gegossen. Auch Zitronen- oder Pampelmusenschalen lassen sich auf diese Art verwenden.Außerdem können Wermutpflanzen die Plagegeister vertreiben, wenn sie in Form einer Jauche über die Nester gegossen werden. Frische Wermuttriebe bindet man um Bäume, an denen Ameisen auf und ab laufen. So wird ihnen der Weg abgeschnitten, und - ein zusätzliches Plus - die Blattlausplage nimmt ebenfalls ab.Auch vor frischem oder getrocknetem Rainfarn nehmen Ameisen Reißaus. Man braucht nur einige Stengel in die Nester zu stecken, nach einer Weile verlassen die Ameisen - durch den Geruch irritiert - ihren Bau.
Betreff: Re: FAQ Inhalt
Datum: Fri, 27 Jul 2001 19:07:46 +0200
Von: “Hans-Jürgen Lukaschik”
Rückantwort: h.j.lukaschik@owl-online.de
Foren: de.rec.gartenHallo Ralf Gutzki,Gegen Ameisen:
Zucker mit Backpulver mischen und da ausbringen, wo die Ameisen
zu lästig werden. Mit dem Zeug füttern die ihre Königin, die das
Treibmittel aber nicht gut vertragen kann. Ohne Königin stirbt
das Volk aus.MfG Hans-Jürgen
Von: Lutz Bojasch http://www.cyborgs.deBeinwell (Symphytum officinalis) Jauche:
* Wachstumsförderndes Giesswasser (siehe Brennessel). Kann auch zum Brennesselsud gegeben
werden. Bei Kalimangel als Kompostbeigabe: 1 Kilogramm auf 8 Liter Wasser geben. 14 Tage gären
lassen. 1:8 verdünnen
* Sonstiges: Frische Pflanzen als Mulchmaterial auf den Boden legen.Baldrian (Valeriana officinalis) Fördert Blüten- und Fruchtbildung:
Blüte zu Saft gepresst. Ein Tropfen Extrakt auf 1 Liter Wasser.
5 Minuten rühren. Auf Obstblüten und Blumen.Kamille (Afatricaria chamomilla) Pflanzenstärkung, Saatbeize, Kompostbeigabe:
50 Gramm getrocknete Blüten in 10 Liter Wasser aufkochen. Unverdünnt, übergiessen.
Rainfarn (Tanacetum vulgare) Gegen Erdbeermilben, Blattwespen, Brombeermilben, Mehltau, Rost, Schild-, Blattläuse, Erdflöhe, Raupen von Apfelwickler und Kohlweißling:
300 Gramm Kraut und Blüten mit 10 Liter Wasser ansetzen. Unverdünnt. Sonstiges: Frische Pflanzen als Mulchmaterial auf den Boden legen.
Tomate (Lycopersicon esculentum) Kaltwasserauszug:
* Gegen Kohlweißlinge: 2 Handvoll Blätter und Sprosse in 2 Liter Wasser. 2 Stunden ziehen lassen.
Unverdünnt zur Flugzeit auf die Pflanzen sprühen.
Rhabarber (Rheum rhababerum) Gegen Lauchmotten und Bohnenblattläuse:
500 Gramm der Blätter auf 3 Liter Wasser geben Unverdünnt auf die Pflanzen sprühen.
Schafgarbe (Achillea millefolium) Gegen Echten Mehltau, Polsterschwamm, Kräuselkrankheit beim Pfirsich:
1 Kilogramm frisches, blühendes oder 100 Gramm trockenes Kraut 24 Stunden in 10 Liter heissem Wasser einweichen
lassen. Unverdünnt auf die Pflanzen sprühen oder giessen.
Große Brennessel (Urtica dioica L.)B: Zweihäusige Pflanze mit Brenn- und Borstenhaaren. Blätter dunkelgrün,
eiförmig, lang zugespitzt, am Grunde herzförmig, grob gesägt. Die rispenartigen
männlichen bzw. weiblichen Blütenstände meist länger als der benachbarte
Blattstiel. 0,3 - 2 m. Staude, Blütezeit VI - X.
V: Auenwalder, Unkrautfluren, weltweit verbreitet.
I: In den Brennhaaren ein noch unbekannter Nesselgiftstoff, Acetylcholin,
Histamin, Ameisensäure; Glukokinine, Vitamin C, viel Chlorophyll.
Kleine Brennessel (Urtica urens L.)
B: Verzweigte Pflanze mit Brennhaaren. Blätter hellgrün, eiförmig,
am Grunde keilförmig verschmälert, eingeschnitten gesägt.
Männliche und weibliche Blüten gemeinsam in rispigen Blütenständen,
die meist kürzer als die benachbarten Blattstiele sind.
0, 1 - 0,5 m. einjährige Pflanze; Blütezeit V - X.
V: Stickstoffreiche Böden im Siedlungsbereich, fast weltweit verbreitet.
I: Wie bei der großen Brennessel.
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