Kompost

Der Kompost ist das schwarze Gold des Gärtners.
Auch im kleinsten Garten ist Platz für einen Kompost, und ein richtig gepflegter Kompost stinkt auch nicht, sondern riecht angenehm erdig nach Wald.
Von Thermokompostern halte ich nichts und ich habe keine Erfahrung damit, da ich zuviele negative Berichte gelesen habe, darum beschränkt sich mein Bericht auf ganz normale Holzkomposter. Zum Gärtnern gehört nun mal Geduld, und letztendlich hat man nach einer Anlaufzeit jedes Jahr frischen Kompost, egal, ob er nun ein oder zwei Jahre Zeit zum Verrotten hatte.
Ich habe zwei Komposte (eigentlich sogar drei, aber da tut nichts zur Sache, zwei reichen). Ich habe mich für die billigen Holz-Steckgerüste aus dem Baumarkt entschieden, bei mir hält der älteste jetzt seit fünf Jahren und zeigt noch keine Ermüdungserscheinungen. Bei mir steht er auch sehr trocken, in feuchteren Gegenden muss man ihn vermutlich alle drei bis vier Jahre austauschen. Oder man kann sich aus Holz, Ziegel oder Maschendraht einen eigenen Behälter basteln. Wichtig ist, dass von der Seite Luft ran kommt und das nach unten zum Boden kein Abschluss ist.
Einer dieser Komposte wird immer frisch befüllt. In dem anderen ruht der Kompost vom Vorjahr. Dieser zweite Kompost wird bepflanzt. Kürbis und Zucchini bieten sich hier an, da es Starkzehrer sind, die hervorragend auf dem Kompost wachsen. Aber auch Kapuzinerkresse macht sich gut und verwandelt diesen Kompost in einen sehr dekorativen Ort. Bei der Gemüsezucht sollte etwas Hornspäne hinzugefügt werden, da Kompost nicht genug Stickstoff enthält.

Im Winter oder Frühjahr wird umgefüllt. Der fertige Kompost aus Kompostbehälter 2 wird im Garten verteilt (oder in einem anderen Behälter gesammelt, dafür habe ich ursprünglich den dritten Kompost angeschafft), der Kompost aus dem ersten Behälter wird in den zweiten gefüllt. Der erste Behälter ist jetzt wieder frei für neue Abfälle, der zweite kann im Mai bepflanzt werden.
Standort:
Der Kompost sollte halschattig stehen und nicht überdacht sein, damit Regen hineinkommen kann. Steht er sehr regengeschützt (wie bei mir), muss er regelmäßig gegossen werden, sonst trockenen die Pflanzenreste nur ein, statt zu verrotten.
Wichtig ist auch, das der Kompost Kontakt mit der Erde hat, damit z.B. Regenwürmer einwandern können.
Inhalt:
In einen Kompost kann alles, was der Garten abwirft: Rückschnitt von grünen Pflanzen, Rasenschnitt, Laub und Holz. Hier gilt: Je kleiner, desto schneller ist die Verrottung. Holz sollte also gehächselt werden. Rückschnitt von Grünpflanzen verteile ich auf dem Rasen und fahre mit dem Rasenmäher drüber, das zerkleinert die Pflanzenteile ganz hervorragend.
An Küchenabfällen kann alles rein, was beim Gemüseputzen so abfällt: Kartoffelschale, Karottenschale etc.. Es sollte nichts Gekochtes, kein Fleisch und keine verarbeiteten Produkte (Brot, Käse etc.) auf den Kompost wandern, da sonst Ratten angezogen werden. Kaffeesatz und Teeblätter können ebenfalls auf den Kompost. Schalen von Zitrusgewächsen sollen nur in geringen Mengen kompostiert werden. Ich weiß nicht, warum das so ist, ich halte mich aber vorsichtshalber dran.
Laub von Walnuss oder Eiche ist nur schwer kompostierbar und sollte daher eher über die Biotonne entsorgt werden oder vorher gehächselt und sehr stark mit anderen Materialien (wie Grasschnitt) gemischt werden.
Überhaupt tut dem Kompost regelmäßiges Mischen sehr gut. Wenn der Inhalt klein gehächselt wurde, ist das mit einer Grabgabel aber kein Problem.
Autor: Kathinka Wenz
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Betreff: Re: Kompost-Fragen
Von: gerhard.zahn@gmx.de (Gerhard Zahn)
Gruppen: de.rec.garten
Datum: 09. Jan 2007, 14:42:33
Am Tue, 9 Jan 2007 12:11:44 +0100 schrieb Frank Sertic:
Hallo,
> Schon mal über einen Wurmkomposter nachgedacht?
> http://www.gwa-online.de/www/html/pdf/falt/wurmkiste.pdf
> http://www.agenda21-dessau.de/umweltgarten/umwelt/wurmwk.htm
> Im Winter haben wir, und der Kiga, eine Kiste im Haus.
> Gestank gibt es da nicht.
>
> Für den Garten habe ich:
> http://www.nua.nrw.de/nua/var/www/oeffentl/publikat/pdfs/infoblaetter/nr_03.pdf
> Der in der Erde eingelassene Wurmwanderkiste.
>
> Mein Nachbar hat das mit drei Mülltonnen gemacht.
> Beides klappt sehr gut.
schon seltsam, wie auf diesen “lehrreichen” Seiten die Begriffe
“Regenwürmer” und “Kompostwürmer” scheinbar beliebig verwendet werden.
Meines Erachtens haben Regenwürmer aus der Familie Lumbricidae mit
Kompost überhaupt nichts am Hut.
Wenn schon - zeitweise - Würmer im Kompost sind, dann sind das Rot-
oder Mistwürmer (Eisenia foetida). Aber diese Bezeichnung ist wohl
manchen Menschen zu unfein.
Also wird der “Kompostwurm” erfunden. Kann mir vielleicht einer dessen
botanischen Namen verraten?
Nun muss sich aber niemand auf viele, oft knäuelartig auftretende,
rote Mistwürmer im Kompost groß etwas einbilden, auch wenn er sie
vornehm Kompostwürmer nennt.
Die mistigen Kompostwürmer treten nur in organischen Abfällen auf, die
eher einem anaeroben Misthaufen als einem ordentlichen, aeroben
Kompost nahekommen.
Es gibt sie nämlich nur dort, wo zu wenig Luft hin kann, wo zu wenig
strukturierte Materialien dicht und klitschig aufeinanderliegen.
Wenn man solche Silagen, meist aus zu vielen Küchenabfällen, zu viel
Rasenschnitt oder sonst zu viel unholziger Grünmasse durch besser
strukturierte Kompostschichten vermeidet, treten solche Mistwurmnester
erst gar nicht auf. Und wenn schon: kaum ist die Pampe von den
Mistwürmern umgesetzt, verschwinden sie so schnell, wie sie gekommen
sind.
Die Hauptarbeit im sachgerecht aufgesetzten Kompost leisten immer noch
pilzliche und tierische Mikroorganismen, die übrigens auch dafür
zuständig sind, Grünmasse so weit aufzuschließen, dass sie von den
Mistwürmern überhaupt verwertet werden können. Die beißen nämlich
nicht in ein frisches Kohlrabiblatt, das muss erst von Pilzen und
Bakterien vorzerkaut werden.
Jedenfalls sind die Mistwürmer in einem Kompost überhaupt nicht
notwendig. Richte Rotte geht ganz ohne Würmer, andererseits gibt es
Mistwürmer nicht ohne organische Pampe.
Jedenfalls fällt es schon unter sehr geschäftstüchtig, jemanden
Mistwürmer auch noch gegen Geld als Kompostwürmer anzudrehen.
Duck, und weg. :-)
Beste Grüße G e r h a r d
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