Giftpflanzen
Bei vielen Pflanzen ist bekannt, dass sie gilftig sind, bei anderen weniger. Dann gibt es essbare Pflanzen, die bei falschem Genuß auch giftig sind. Ralf hat einige aufgezählt.
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Newsgroups: de.rec.garten
Subject: Re: Pflanzen gesucht
From: Ralf Gutzki (ralf_gutzki@hotmail.com)
Date: Sat, 14 Apr 2007 12:04:56 +0200
Message-ID: (58bne8F2gj2acU1@mid.uni-berlin.de)
Irmgard Schwenteck schrieb:
>… >
> Nun, dann laß ich das. Es gibt bei uns so viele Beeren im Garten, wo die
> Kinder wissen, daß sie alles essen können, da will ich nix schlimmes
> dazwischen haben.
Hi Irmgard,
auf die Menge kommt es an ob etwas giftig ist oder helfen kann.
Schlimm ist es nur wenn man sich nicht auskennt. Daher den Kindern immer
zeigen und erklären was sie essen und anfassen können und was lieber
nicht. Wenn sie größer sind kann man ihnen auch die geringeren richtigen
Mengen erklären die man noch einnehmen kann.
Fingerhut (Digitalis) wird noch heute als Herzmittel kultiviert. Aber
bitte nicht selber ein Herz-Tee daraus zubereiten.
Kritische Dosis: Große Variabilität, 2 - 3 getrocknete Blätter können
bei Erwachsenen nach Literaturangaben bereits tödlich sein.
Waldmeister (Asperula odorata) Die Pflanze enthält Cumaringlycoside.
Der Genuß von falsch zubereiteten Maibowlen, die Waldmeister enthalten,
können zu Kopfschmerzen und Benommenheit führen und bei längerem
Gebrauch auch die Leber schädigen. Maibowlen dürfen daher nach
gesetzlicher Verordnung nicht in Gaststätten angeboten werden. Bei der
Herstellung einer Waldmeisterbowle ist es wichtig, nur das angewelkte
Kraut zu übergießen, nicht aber einzuweichen !
Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) In Samen und Hülsen befindet sich
Lectin (”Phasin”). Da es sich beim Phasin um ein Protein handelt, wird
dieses beim Kochen zerstört, nicht aber beim Trocknen.
Die Schwere der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich. Es
kommt zu Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen.
Gänseblümchen, Tausendschön (Bellis perennis) Die Blüten enthalten
Flavon und Cosmosiin. Im Kraut sind v.a. die Saponone und die in
geringen Mengen nachgewiesenen ätherischen Öle giftig, daneben sind
Fruchtsäuren, Gerb- und Bitterstoffe enthalten.
Nach Verzehr größerer Mengen insbesondere Übelkeit, Erbrechen,
Durchfälle möglich. Auch Erregung und Krampfanfälle sind beschrieben
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) Die unreifen Früchte, Blätter und
Samen geringe Mengen an zyanogenen Glykosiden (Sambunigrin, Prunasin).
Symptome: Erbrechen und Durchfall.
Rhododendron, Rosenbaum (Rhododendron ssp.) Diterpene (Grayanotoxine).
Diese sind regional gehäuft. Beispielsweise sind in Honig von der
türkischen Schwarzmeerküste gehäuft Grayanotoxine/Acetylandromedol
nachgewiesen worden.
Kritische Dosis: Nicht bekannt. Bereits 1 Blatt oder 1 Blüte kann
Krankheitszeichen verursachen.
Eberesche (Sorbus aucuparia) Nur die frischen Früchte sind schwach
giftig. Reife Früchte sind unbedenklich.
Tomaten, hier ist alles nicht essbar was grün ist.
Die Blätter und die unreifen Früchte der meisten Nachtschattengewächse -
auch bei vielen als Nahrungsmittel dienenden Arten - enthalten
gefährliche Mengen des Steroid-Alkaloids Solanin. Das Solanin findet
sich z.B. auch in den Trieben und den ergrünenden Stellen der Kartoffel.
Ich kann die Liste noch weiter machen, hör jetzt aber erstmal auf da
jetzt schon klar ist, einen Garten ohne eine Pflanze die nicht doch noch
in der entsprechenden Menge Giftig ist gibt es nicht.
Unsere Tochter ist jetzt 14 und ich habe ihr schon mit 5 Jahren erzählt
das sie den Eisenhut, Blauer (Aconitum napellus) nicht mal anfassen
darf. Hat sie oder irgend ein anderes Kleinkind auch nie gemacht.
Natürlich waren die Kinder immer unter einer Aufsicht von Erwachsenen.
tschüss…..ralf
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