Rosmarin
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Angeregt durch die herrliche Blüte meines Rosmarinstrauches, dachte ich mir, dass er es wert ist, einen eigen Beitrag zu erhalten. Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) sollte als eines der wichtigsten Gewürzkräuter in keinem Garten fehlen. Aber selbst wenn man ihn nicht für die Küche nutzen möchte, auch als Zierpflanze macht er einiges her. Der Strauch ist immergrün und die kleinen, schmalen graugrünen Blätter verströmen bei Berührung den charakteristischen harzigen Duft. Er trägt kleine hell- bis dunkelblaue oder je nach Sorte auch weiße Blüten. Die Hauptblütezeit liegt im Frühling, in mildem Klima blüht er auch schon mal am Ende des Winters.Es gibt kleinbuschige Sorten, aber auch schlanke Arten wie „Fastigiatus“, die bis zu 1,80 m hoch werden. In kälteren Regionen lässt er sich auch im Kübel kultivieren, um ihn im Winter dann ins Haus zu holenDen alten Völkern der Juden, Ägyptern, Römern und Griechen galt Rosmarin als besonders heilig, es war ein Heil- und Zauberkraut. Auch als Hochzeitsschmuck wurde der Strauch verwendet: „(i)Kränzt mir mein Haupt mit Rosmarin, dieweil ich Braut und Jungfrau bin(/i)“. Bei Beerdigungen erhielt der Pfarrer neben der Zitrone einen Rosmarinzweig. Dies wird auf die Pestzeiten zurückgeführt, als der Rosmarin als Pflanze galt, die die Ansteckung verhindern konnte. |
Für die Belgier ist er der Strauch des Lebens. Nicht der Storch bringt hier der Kinder, sie werden aus dem Rosmarinstrauch geholt.
Mit dem Rosmarin wurden auch Ehen angebahnt. In Böhmen stellten sich die Burschen an fließende Gewässer und warfen Rosmarinzweige hinein. Bach abwärts standen die Mädels und versuchten mit viel Geschick, einen der Zweige zu ergattern. Wem es gelang, wurde als künftige Braut heimgeführt.
Wegen seines würzigen und belebenden Duftes war man der Meinung, dass der Rosmarin das Gedächtnis stärke.
In den Blättern befinden sich reichlich ätherische Öle, die kampferartige Stoffe enthalten, sowie Harz, Säuren, Gerb- und Bitterstoffe. Rosmarin wirkt anregend auf Nerven und Kreislauf. Sehr belebend ist auch ein Rosmarinbad. Man kann anstatt der käuflichen Badezusätze auch selbst einen starken Tee aufbrühen (50 g Rosmarin auf 1 l Wasser) und diesen in die Wanne gießen. Aber Vorsicht: alle Rosmarin-Präparate sollten nicht am Abend benutzt werden, sie wirken so anregend, dass man unter Umständen nicht einschlafen kann.
Die Pflanze liebt die Wärme und ist im allgemeinen nicht winterhart. Ich habe in meinem Garten seit einigen Jahren einen mittlerweile recht beachtlichen Strauch. Er wurde bisher im Winter nie extra abgedeckt, steht allerdings auch etwas geschützt. Auch ist das Klima bei mir nicht mit dem in höheren oder exponierteren Lagen zu vergleichen. Dann sollte er auf jeden Fall geschützt werden.
Er braucht viel Sonne und einen humosen Boden. Schwere Böden sollte man durch Sand und Kieselsteine auflockern. Auch im Steingarten macht er sich gut.
Vermehren lässt er sich durch Samen (dauert recht lange) oder durch Stecklinge, die älteren Pflanzen entnommen werden.
Eine reichliche Gabe Kompost oder organischer Dünger im Frühsommer sorgen für ein kräftiges Wachstum. Ab August wird er trocken und magerer gehalten, damit das Holz ausreifen kann. So entstehen keine Frostschäden.
In der Küche passt Rosmarin besonders gut zu allem Italienischen. Kleine Portionen einsetzen, wegen der starken Würze. Auch bei Hähnchen, Tomatensuppe, Schweinebraten, Käse oder pikanten Soßen wird Rosmarin mitgekocht.
Auch heute noch hat man den Rosmarin in der Heilkunde nicht vergessen. Pfarrer Kneipp sagte:
„(i)Man soll gar nicht viel von dem Rosmarinbäumchen nehmen. Wie er stark riecht, so ist auch seine Wirkung groß. Ein Zweiglein, etwa so lang wie ein Finger, liefert schon ein Fläschchen voll Tropfen oder, zerschnitten, eine hinreichende Menge für einige Tassen Tee. Man kann Rosmarinblätter grün zerschneiden wie Schnittlauch und sieden oder erst trocknen und dann einen Tee davon kochen. Der Rosmarintee ist durch seine Bitterkeit ein vorzügliches Magenmittel.“(/i)
Der Tee wirkt anregend, kräftigt das Herz und stärkt die Nerven.
Man kann Rosmarin auch in Alkohol ansetzen. Damit eingerieben, fördert es die Durchblutung der Haut. Rheumatische Nervenschmerzen werden wohltuend beeinflusst.
Also, nur zu, wer noch ein Eckchen im Garten frei hat und wo der Rosmarin noch fehlt: Immer herein damit.
Autor: Ralf Quirbach
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