Schafgarbe
Der Name der Pflanze soll daher kommen, dass Achilleus mit dieser Pflanze den König von Mysien von seinen Wunden geheilt habe.
Sie ist in ganz Europa zuhause, stellt keine besonderen Ansprüche, meidet nur nasse Böden. Sie gehört in die Familie der Korbblütler. In ihr versammeln sich eine Reihe verschiedener Inhaltsstoffe. Schafgarbe wirkt desinfizierend, krampflösend und entzündungslindernd. Sie regt den Appetit an und wirkt angenehm auf den Magen-Darm-Bereich.
„Wann einer unlustig ist und nicht essen oder trinken mag, der nehme Garbenkraut und sied es in Wein, seihe es durch und trinke alle Morgen nüchtern ein gemeines Becherlein voll warm.“
Pfarrer Kneipp empfiehlt damit einen Tee zu trinken bei Appetitlosigkeit. „Aber bitte nur langsam und schluckweise in geringen Mengen. So hilft er bedeutend besser als beim schnellen Heruntergießen.“
In Österreich wird sie „Bauchwehkräutl“ genannt, wegen ihrer heilenden Wirkung bei Durchfallerkrankungen. Andere volkstümliche Namen sind Teekraut, Frauenkraut, Blutkraut, Katzenschwanz, Mausleiterl . In Gegenden Niederbayerns ist sie auch unter dem Namen „Pestilenzkraut“ ein Begriff. Wegen ihres Duftes stand sie im Ruf, ein wirksames Mittel gegen die Pest zu sein und wurde deshalb in den Häusern aufgehängt.
Die blutstillende Wirkung der Schafgarbe ist bekannt, sie wurde aber auch für das Gegenteil genutzt, nämlich, um das Blut fließen zu lassen.
In früheren Zeiten wurde von einer Schulkindergeneration zur nächsten der Tipp weitergegeben, sich Schafgarbenblätter in die Nase zu stecken, mit den Fingern darauf zu schlagen, die Blutung stelle sich dann alsbald ein.
Bis ins 20.Jhr. hinein gab es in England ein Liebesorakel, welches von Männlein und Weiblein gleichermaßen geübt wurde. Man drehte ein Schafgarbenblatt dreimal in der Nase herum und dachte dabei an die Liebste oder den Liebsten. Fließt dann Blut aus der Nase, sah man es als günstiges Zeichen und Beweis, dass man wiedergeliebt wurde.
In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Pflanze Allergien auslösen kann.
In Schweden benutzte man zum Bierbrauen früher Schafgarbe anstatt des Hopfens.
In der Küche kommen die kleingeschnittenen Frühlingsblätter in den Salat oder auf das Butterbrot., schmeckt gut zu Quark, hartgekochten Eiern und in Kräutersoßen.
Während der Blütezeit (Juni – September) kann man das ganze blühende Kraut (ohne Wurzeln und die unteren harten Stengel) schneiden und zum Trocknen aufhängen.
Übrigens sind die gelben und roten Zierformen der Schafgarbe für den Kräutergarten nicht geeignet.
Autor: Ralf Quirbach
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