Tomaten
Newsgroups: de.rec.garten
Subject: Re: Tomaten eventuell überdüngt?
From: Gerhard Zahn
Date: Fri, 07 Jul 2006 10:54:00 +0200
Message-ID: <618sa2t0gs4vq0vmv5av089bbaortg3777@4ax.com>
Am 6 Jul 2006 02:36:03 -0500 schrieb Harald Deichmann:
Zwölf Monate im Garten spricht z.B. von einem Gesamtnährstoffbedarf
von 20:18:30, bei einem Pflanzabstand von 40 x 80 cm. Dieses
Nährstoffverhältnis ist von 7:4:1 meilenweit entfernt. :-(
Mann kann damit kaum überdüngen, man muss aber nicht. Maßgeblich ist
der verhältnismäßig hohe Stickstoffgehalt, wenn man den berücksichtigt
und richtig dosiert, ist nicht überdüngt.
Wenn man von einem derart unausgewogenen Dünger aber so viel hinkippt,
bis die Kaliversorgung für Tomaten passt, dann hat man im
Stickstoffbereich katastrophal überdüngt.
Wie ihr tatsächlich gedüngt habt, weiß kein Mensch, denn ihr
verschweigt, wie viel g/qm gedüngt wurden. Das wäre aber nicht ganz
unwichtig. :-)
Ich glaube übrigens nicht, dass ihr überdüngt habt (eher zum falschen
Zeitpunkt), wozu Stickstoffallergiker wohl gleich neigen werden. :-)
Dies ganz einfach aus folgender Überlegung heraus:
Für Tomaten wird teils ein Gesamt-Stickstoffbedarf von 25 g/qm
angegeben. Dafür bräuchte man (allerdings abzüglich des Stickstoffs,
der schon im Boden vorrätig ist) von dem verwendeten Dünger 350 g/qm,
was bei dem leichten Material so um 600 - 700 ml/qm ausmachen dürfte.
So viel habt ihr nie und nimmer gedüngt, wetten?
>Was könnte man denn jetzt machen? Die Tomatenpflanzen sehen zwar auch
>ganz hübsch aus, wir hätten aber auch gern ein paar Tomaten mehr.
Wenn im unteren Bereich Blütenansätze fehlen, kann das auch mit am
Wetter liegen, z.B. heuer an der relativ späten Bodenerwärmung. Dann
muss man halt von unten noch einen oder zwei Geizer bis zur ersten
Blütentraube dran lassen, dann hat man auch weiter unten und
entsprechend früher Fruchtansatz.
>Die in den Kübeln sind dagegen ganz normal, haben auch nur normale
>Blumenerde ohne Zusätze von uns bekommen.
Ohne Zusätze von euch vielleicht, aber nicht ohne Zusätze vom Mischer
der Blumenerde. Die wird nämlich vorgedüngt, aber halt ausgewogen.
Wesentlicher erscheint mir, dass sich die Erde im Kübel deutlich
schneller erwärmt, als in einem schlechten Jahr im Freiland.
>Weiß jemand Rat?
Ich würde zu Geduld raten und versuchen, von unten noch Geizer
nachzuziehen, falls noch welche da sind.
Ansonsten wäre die Blumenerde in den Kübeln inzwischen so weit
ausgezehrt, dass jetzt nachgedüngt werden sollte, nicht erst wenn
Mangelerscheinungen auftreten. :-)
Und künftig würde ich die Tomaten vor der Pflanzung und in den ersten
drei Wochen nach der Pflanzung überhaupt nicht düngen, weil im Boden
genug Nährstoffe vorhanden sein sollten.
Danach sollte dann der erforderliche Nährstoffbedarf (Gesamtbedarf
abzüglich Nährstoffe im Boden bzw. aus Kompostgaben) in drei Raten
verabreicht werden.
Ach ja, und etwas mehr Vertrauen zum Leben in deinem Boden solltest du
schon haben. Würde ich einen “Bodenaktivator” ausbringen, wäre mein
Gartenboden für längere Zeit beleidigt und mein Geldbeutel auch. :-)
Beste Grüße G e r h a r d
Newsgroups: de.rec.garten
Subject: Re: Fruchtausdünnung bei Tomaten zur Reifebeschleunigung?
From: Gerhard Zahn
Date: Fri, 07 Jul 2006 10:53:59 +0200
Message-ID:
Am 5 Jul 2006 23:39:38 -0700 schrieb markus.rumler@lycos.de:
Hallo,
>bringt Fruchtausdünnung bei Tomaten eine Reifebeschleunigung der
>restlichen Tomaten oder wachsen dann nur schneller neue Tomaten heran?
ich vermute mal, dass es dazu keine Erkenntnisse gibt, weil das noch
niemand getestet hat.
Ausgehend von der Fruchtausdünnung, die z.B. bei Äpfeln vorgenommen
wird, könnte man schließen, dass zwar die verbleibenden Früchte besser
versorgt und sortentypisch wachsen und ausreifen, dass aber damit
keine signifikante Reifeverfrühung erreicht werden kann.
Die verbleibenden Früchte werden im Durchschnitt etwas größer,
Ernteverfrühung kann man wohl vergessen.
>Ich will demnächst in Urlaub fahren und hätte davor noch gerne eine
>ordentliche Portion Tomaten, leider sind nur wenige Rot, die meisten
>sind nur leicht Orange, Gelb oder Grün. Wenn ich jetzt die dickeren
>Grünen und einen Teil der Gelben abmache, reifen dann die Orangenen
>schneller?
Mir wäre jede ausgedünnte Tomate zu schade, selbst wenn eine minimale
Reifeverfrühung eintritt. Du kannst ja mal bei zwei gleichen Trauben
testen, indem du die eine belässt wie sie ist und die andere kräftig
ausdünnst.
Ansonsten kannst du die nach dem Urlaub überreifen Tomaten immer noch
zu einer guten Suppe verkochen, falls du nicht einen Gartenpfleger
beschäftigst, der auch gerne ein paar Tomaten verwertet.
Beste Grüße G e r h a r d
Newsgroups: de.rec.garten
From: Lutz Bojasch
Subject: Re: Krautfäule bei Tomaten
Date: 1999/05/03
Message-ID: <372D4228.DAC2572C@cyborgs.de>#1/1
Josef Schmitt schrieb:
>
> Hallo,
> kann mir jemand sagen ob man die Krautfäule bei Tomaten auch mit einem
> Kupferdraht kurz über der Wurzel bekämpfen kann? Ich habe davon gehört und
> wollte wissen ob jemand schon einmal Erfahrungen damit gemacht hat.
Hallo
Kupfer ist schon ganz richtig, allerdings sind die Zeiten der
Allchymie vorbei und man weiß heute genauer was abläuft. Gegen diese
und andere Pilerkrankungen hilft ganz gut KUPFERKALK (z.B. Atempo von
Neudorff) Das muß nach Anweisung angewendet werden und das möglichst
schon vorbeugend! Wir bekommen hier bei uns durch den starken
Befallsdruck ohne dieses Zeug keine Pflanze heil über die Runden und
haben dann Ausfälle bis zu 100% und das bei regelmäßig ca. 30
Pflanzen.
Nicht überdosieren, Kupfer schädigt sonst über die Maßen die
Bodenlebewesen. Düngen mit Brennesseljauche stärkt die Pflanzen
zusätzlich und tut ihnen gut
Gruß Lutz
Newsgroups: de.rec.garten
From: Gerhard Zahn
Subject: Re: Welches Fungizid gegen Krautfäule
Date: Mon, 24 Apr 2006 12:07:21 +0200
Message-ID:
Am 24 Apr 2006 01:14:00 -0700 schrieb martin.go…@lycos.de:
Hallo,
>welches Fungizid gegen Krautfäule an Tomaten könnt ihr mir empfehlen?
>Gibt es auch welche, die Befall schon “heilen ” können oder muss man
>bei der Krautfäule einen dauerhaften Spritzbelag erzuegen? Und wie ist
>das mit der Wartezeit, da die Tomaten ja permanent reifen bräuchte ich
>ein Mittel mit extrem Kurzer Wartezeit oder eines das man Abwaschen
>kann, also null Wartezeit.
tja, heilen und auch noch kurze Wartezeit, das könnte dir Hobbygärtner
so in den Kram passen. Mir auch. :-)
Als heilend habe ich schon mal gar nix gefunden…
Akzeptable 3 Tage Wartezeit - im Freiland - hätten nur Baymat WG und
Euparen M WG. Hätten, denn die sind für den Privatgärtner bäh - nicht
zugelassen…
Von den Maneb-Mitteln mit 14 Tagen Wartezeit mal abgesehen, bleiben
für die Hobbytomatenbauer nur noch die Kupfermittel, egal ob mit
Kupferoxychlorid oder mit Kupferhydroxid als Wirkstoff. Und die haben
leider alle eine 7-tägige Wartezeit. Außerdem sind die Regenwürmer
davon nicht im geringsten begeistert.
Ein Wartezeittrick, der vielleicht weiterhilft: den Tomatenbestand
etwas vergrößern und zeitlich versetzt jeweils nur den halben Bestand
spritzen und das auch wirklich erst dann, wenn der allererste Anflaug
der Krautfäule beobachtet wurde.
Hier kannst du dich schlau machen:
http://psm.zadi.de/psm/jsp/index.jsp
Da rödelst du unter Kultur zu Tomaten und unter Schadorganismen zur
Kraut- und Braunfäule.
Und wenn du da durch bist, dann überlegst du in Richtung
Tomatenüberdachung oder gleich in Richtung Gewächshaus. Unter Glas
wären nämlich auch ein paar Mittel mit 3 Tagen WZ für Private
zugelassen. :-)
Beste Grüße G e r h a r d
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