Gartenteich
Wo ist der beste Standort für meinen Teich?
Der Gartenteich sollte halbschattig liegen, da volle Sonne den Algenwuchs fördert, zu viel Schatten aber die Blüten vieler schöner Wasserpflanzen verhindert. Er sollte nicht direkt unter einem sommergrünen Baum liegen, da sonst das abfallende Laub im Herbst ein Problem werden kann.
Wie groß und wie tief sollte der Teich sein?
Grundsätzlich gilt: Je größer der Teich ist, umso stabilier ist er, daher sollte man die Platzmöglichkeiten, die man hat, auch ausnutzen. Aber auch kleine Teiche von 100 Litern Inhalt oder sogar noch weniger können zu einem stabilen System werden, wer keinen Platz hat, muss also nicht auf Wasser im Garten verzichten.
Damit der Teich im Winter sicher nicht durchfriert, ist eine Mindesttiefe je nach Region von 80-100cm notwendig. Ist der Teich flacher und man möchte trotzdem Fische halten, so sollte man sie in einem Aquarium überwintern. Aber generell ist eine geringere Tiefe nicht zu empfehlen, da viele Amphibien im Wasser überwintern, die dann erfrieren. In einem Tümpel würde sie sich einfach tiefer in die Erde einwühlen, in einem Teich verhindert das die Folie. Terrassenteiche, in denen sich normalerweise keine Amphibien einfinden, sind dabei unkritisch.
Ich will Fische haben, ist das ein Problem?
Nein, grundsätzlich ist es kein Problem, wenn ein paar Kleinigkeiten bedacht werden. Wichtig ist, dass der Fischbesatz auf die Größe des Teiches abgestimmt wird, hier ist deutlich weniger mehr. Die Fische dürfen nicht gefüttert werden, solange es nicht zu viele sind, finden sie leicht alleine genug Futter im Teich. Füttert man sie, bringt man ständig neue Nährstoffe in den Teich ein, was zur Folge hat, dass irgendwann die Algen explodieren und im schlimmsten Fall der Teich umkippt. Wieviel Zentimeter Fisch pro Liter Teichwasser noch gut sind, darauf möchte ich nicht eingehen, nähere Infos hierzu gibt es auf diversen Goldfisch- und ähnlichen Seiten im Web.
Ich persönlich rate von Fischen (zumindest von Goldfischen) ab, da sie die übrige Tierwelt stark dezimieren, da sie alles fressen, was ihnen vor das Maul kommt. In einem Fischteich wird man nur selten Gelegenheit habe, das Aufwachsen der Molchslarven beobachten zu können.
Folienteich oder Teichwanne?
Ich hatte beides schon, Teichwannen sind sehr stabil, aber recht teuer und schwer zu verlegen. Die Unterfütterung bei größeren Wannen ist schwierig hinzukriegen und auch das völlig gerade ausrichten. Der größte Nachteil einer Teichwanne ist aber, dass es sehr schwer ist, den Rand zu verstecken. Wem das gefällt, der kann sich unbesorgt eine kaufen, ich bevorzuge es, wenn der Teich natürlich aussieht und daher der Rand gar nicht zu erkennen ist. Das ist bei Folienteichen wesentlich leichter.
Auch lassen sich Folienteiche individuell modellieren, die Teichwannen haben für meinen Geschmack immer zu wenig Flachwasserzonen. Dabei sind Sumpfpflanzen doch eigentlich das schönste, was so ein Teich zu bieten hat, mir gefallen sie noch besser als Seerosen, da deren Blüten immer nur tagsüber geöffnet sind, wovon ich unter der Woche gar nichts mitbekomme, wenn ich Feierabend habe, sind sie schon wieder geschlossen.
Warum Pflanzen? Wieviele Pflanzen?
Pflanzen liefern Sauerstoff und entziehen dem Wasser Nährstoffe. Daher ist die zweite Frage auch leicht zu beantworten: Sehr viele Pflanzen. Wichtig sind auch schnellwachsende Unterwasserpflanzen wie Hornkraut, die man regelmäßig auslichtet und so dem Teich wieder Nährstoffen entnimmt. Wenn man viele Pflanzen und wenig bis gar keine Fische hat, kann ein Teich problemlos auch ohne Technik existieren.
Welche Technik brauche ich?
Bei einem richtig aufgebauten Teich gar keine. Richtig heißt in diesem Fall, dass das Verhältnis Fisch zu Teichgröße zu Pflanzenmenge stimmt.
Mein Teich ist ganz neu, was soll ich machen?
Als erstes andere Teichbesitzer um Wasserpflanzen und etwas Wasser und Modder aus seinem Teich bitten. Kenn man niemanden, sollte man die Pflanzen im Gartencenter und das Wasser in einem Tümpel besorgen. Mit dem Wasser “impft” man den neuen Teich mit den Kleinstlebewesen, die so ein Biotop ausmachen und stabil halten.
Welche Tiere leben denn außer Fischen in so einem Teich?
Wurzelfüßer (Amöben), Strahlenfüßer, Wimperntierchen, Nesseltiere, Plattwürmer, Schlauchwürmer, Weichtiere (Schnecken), Gliederwürmer, Egel, Krebse (Wasserflöhe), Spinnentiere, Insekten (Libellen, Wasserkäfer, Wasserläufer), Lurche (Molche, Frösche)
Zu dem Thema möchte ich auf die Biodiversität von G. H. Stanjek verweisen.
Ist so ein Teich nicht eine Mückenbrutstätte?
Nein.
In frischen Pfützen, Regentonnen, Tümpeln, “vergessenen Eimern” und ähnlichen “Frischgewässern” dagegen explodieren innerhalb kürzester Zeit die Infusorien, die ein Leckerbisse für die Larven sind, die Nahrungskonkurrenten, die Fressfeinde der Mückenlarven fehlen allerdings noch. In älteren Gewäsern stimmt das Gleichgewicht, jeder Neuankömmling würde als Störer auftreten und möglicherweise zur Nahrungsverknappung und damit zum eigenen Untergang beitragen.
Irgendwie wissen das die Mücken und legen Ihre Eier *meist* nur an passenden Plätzen ab. Immerhin hatten Sie ein paar Millionen Jahre Zeit zum Probieren. Falls sich eine Mücke doch mal vertut und ihre Brut in einem lebendigen Teich ablegt, findet sogleich eine Auslese statt: diese Irrtümer leben nicht lange, eine untaugliche Erbinformation wird sogleich aufgefressen und ausgemerzt. (Rolf-R.Kopp in de.rec.garten).
Mückenlarven finden sich also nur in jungen, noch nicht eingefahreren Teichen. Sie verschwinden von ganz alleine und kommen auch nicht wieder.
Autor: Kathinka Wenz
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