Fruchtfolge
Autor: Ralf Gutzki
Begriff:
Unter einer Fruchtfolge oder auch Fruchtwechsel versteht man die planmäßige Folge beim Anbau von Feldfrüchten.
Hier werden sowohl die einjährigen, Vor-Haupt-Nach-Kulturen besprochen, sowie auch die jährlich wechselnden Fruchtfolgen. Es gibt 4 jahres Wechsel und mehr. Wer also 16 Beete hat wechselt zwischen den 16 Beeten. Um so mehr um so besser läst sich der wechsel Planen.
Grundsysteme:
Aufteilen der Gartenbeete (mindestens 4, um so mehr um so besser);
entweder in Reihe
oder Rechtecke mit Wegekreuz
oder Kunterbund.
Davon wird ein Plan zu Papier gebracht und jedes Beet bekommt eine Beet-Nr..
In einer Tabelle wird notiert: Beet-Nr., Datum, Pflanze, Familie, Zehrer, ….
Oder der Plan wird Kopiert und Datum und die Pflanzen werden dort notiert.Der Wechsel:
Es wird nach der Pflanzenfamilie gewechselt.
Hier soll verhindert werden dass sich Krankheiten und/oder Schädlinge an diesem Ort ansammeln können.
Wobei besonders auf die Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae (Crusiferae)) geachtet werden sollte. Um Kohlhernie zu vermeiden muss eine Anbaupause von mindestens 4 Jahren, bei befall sogar 5-7 Jahren, eingehalten werden.Ein weiterer wechsel wird nach Stark-Mittel-Schwach-Zehrern vorgenommen (siehe Nährstoff-Tabelle).
Hier soll ein auslaugen von Nährstoffen im Boden verhindert werden.
Beispiel 11 Gründüngung vom Winter
Buschbohnen; Schmetterlinsblütler - Schwachzehrer
in Mischkultur mit Bohnenkraut (Satureja hortensis); Lippenblütler
Gründüngung Winter2 Gründüngung vom Winter
Brokkolie; Kreuzblüter - Starkzehrer
(oder andere Kohlarten)
Mischkultur zB Sellerie, Tagetes, Calendula (Ringelblume)
Gründüngung Winter
3 Gründüngung vom Winter
Salat; Korbblüter - Mittelzehrer/Schwachzehrer
Mischkultur zB Zwiebel, Nigella sativa (Schwarzkümmel)
Spinat; Gänsefußgewächs - Mittelzehrer
Gründüngung Winter
4 Gründüngung vom Winter
Möhre (Wurzeln); Doldenblütler - Mittelzehrer/Schwachzehrer
Mischkultur zB Dill, Petersilie, Calendula
Gründüngung Winter
Beispiel 2Diesmal in Reihe mit
V :Vorfrucht H :Hauptfrucht Z :Zwischenfrucht N :Nachfrucht
Reihe März April Mai Juni Juli August Sep. Okt.
———————————————————
20cm H:Erbsen………………….N:Endivie………..
40cm V:Spinat………
60cm H:Blumenkohl………………..
80cm V:Spinat………
100cm H:Erbsen………………….N:Endivie………..
*********************************************************
20cm V:Kohlrabi H:Zucchini………………………..
40cm
60cm H:Feuerbohnen…………………………..
80cm
100cm V:Kohlrabi H:Zucchini………………………..
********************************************************
20cm Z:Salat / Zwiebel / Porree……………………
40cm H:Erbsen………………N:Feldsalat……..
60cm
80cm H:Erbsen………………N:Feldsalat……..
100cm Z:Salat / Zwiebel / Porree……………………
********************************************************
20cm H:Möhren /Dill……………..N:Feldsalat……..
40cm H:Lauch………………………………..
60cm H:Möhren /Dill……………..N:Feldsalat……..
80cm H:Lauch………………………………..
100cm H:Möhren /Dill……………..N:Feldsalat…….
********************************************************
20cm H:Kartoffeln……………………………….
40cm
60cm H:Ringelblume (Calendula)……………………
80cm
100cm H:Kartoffeln……………………………….
********************************************************
Beispiel 34 Beete a 1qm, in der Mitte ein Wegekreuz
| * Beet 1Bohnenkraut BuschbohneRingelblumen (Calendula) und Klee (Rotklee)Buschbohne Bohnenkraut |
* Beet 2 ___ | Möhren 50 Spinat cm Kohlrabi und Kopfsalat | Radieschen ___ Möhren | Möhren 50 Dill cm Kohlrabi und Kopfsalat | Spinat ___ Möhren Auf diesem Beet werden die einzelnen Gemüsearten nacgeinander abgeertet. So wird immer wieder Platz geschaffen, und die langsamer wachsenden Pflanzen können sich weiter ausbreiten. Das Gemüse wird in folgender Reihenfolge geerntet: Radieschen, Spinat, Kohlrabi und Kopfsalat, Möhren, Dill je nach bedarf. (Nach den Möhren gleich den Knoblauch stecken) |
| * Beet 3Knoblauch (im Vorjahr gesteckt) Rote Beete Kerbel Spiant - Zuckerhut (Zichoriensalat) Kerbel Rote Beete Knoblauch |
* Beet 4Petersilie Zwiebel Zucchini Erbse Ringelblumen (Calendula) und Klee (Rotklee) Phacelia |
Beispiel 4In einem ÖkoRatgeber fand ich die Gugerlinger Kleeweg-Beetmischung.
Jährliches Weiterrücken des Planes um 30cm mitsamt der Kleewege.
—- Kleeweg———- ; Leguminosae
—- Schwachzehrer — zB Bohnen, Erbsen; Hülsenfrüchtler Fabaceae
—- Mittelzehrer —— zB Salat, Möhren ; Doldenblütler Apiaceae
—- Starkzehrer —— zB Kohl, Porree ; Kreuzblütler Brassicaceae
—- Kleeweg ——— ; Leguminosae
—- Schwachzehrer — (weitere Familienarten) oder zB Kreuzblütler
—- Mittelzehrer —— (weitere Familienarten)
—- Starkzehrer —— (weitere Familienarten)
—- Kleeweg ——— ; Leguminosae
—- Schwachzehrer — (weitere Familienarten)
—- Mittelzehrer —— (weitere Familienarten)
—- Starkzehrer ——- (weitere Familienarten)
usw… bis zum Beetende
Vorteil: Zwischen den Schwach-Mittel-Stark-Beeten, also 90cm,
kommt ein Tritfrester Kleeweg (30cm). Damit läst sich alles
gut erreichen und man bekommt keine schwarzen Schuhe.
Je länger das Beet wird um so länger werden auch die Pausen
zwischen den Pflanzenfamilien.
Nachteil: Es wird nicht immer einfach sein, dem Klee klar zu
machen das es zwischen den Beeten nix zu suchen hat.
Nach Oben | Eingepflegt durch: Wenzlinge