Gewächshaus
Ein Gewächshaus rundet die Gartenarbeit eigentlich erst richtig ab, erlaubt es doch das Gärtnern fast rund ums Jahr. Die Nutzungsmöglichkeiten werden um ein Vielfaches erweitert: Jungpflanzenanzucht, Kräuter- und Gemüsekultur, der Anbau exotischer Raritäten und nicht zuletzt die Überwinterung der Kübelpflanzen. Ein Gewächshaus macht sich fast immer bezahlt (man denke nur einmal an die horrenden Gemüsepreise im Winter!), außer vielleicht in einem sehr kleinen Garten, für den der Bedarf an Jungpflanzen auch auf dem Fensterbrett herangezogen werden kann.
Vor der Anschaffung sind evtl. behördliche Vorschriften zu klären. Kleingewächshäuser sind zwar im allgemeinen genehmigungsfrei, je nach Standort oder Nutzungsart prüfen die Bauämter jedoch Kriterien, die mit verschiedenen Vorschriften übereinstimmen müssen. Ein Anbau-Gewächshaus oder ein bewohnbarer Wintergarten werden anders beurteilt, als ein Foliengewächshaus im Gemüsegarten. Auch Kleingartenvereine können in ihren Satzungen Vorschriften haben, die die Nutzung von Gewächshäusern regeln.
In der Regel wird keine Baugenehmigung benötigt. Je nach Typ, errichtet man Gewächshäuser auf einem frostsicheren Betonfundament oder auf einem einfachen Rahmen.
Vor der Anschaffung sollte man sich überlegen, welcher Gewächstyp in Frage kommt.
Das Kalthaus wird nur von der Sonne beheizt, ist also von Dezember bis Februar nicht benutzbar, kann aber ähnlich wie ein Frühbeet ab etwa März für Aussaaten gute Dienste leisten.
Ein frostfreies Kalthaus wird durch eine Heizung gerade so erwärmt, dass die Temperatur im Winter knapp über null Grad bleibt. So kann es zur Überwinterung von Kübelpflanzen genutzt werden.
Das temperierte Haus wird auf Durchschnittstemperaturen von ca. 15°C erwärmt, kann also auch empfindlichere Pflanzen aufnehmen.
Das Warmhaus ist etwas für Liebhaber exotischer Pflanzen, die diesen ganzjährig optimale Bedingungen schaffen können.
Als Dachbedeckung bieten sich Kunststoff oder Glas an, am einfachsten (und preisgünstigsten) ist eine Konstruktion, die mit Folie überspannt wird. Allerdings sind diese Folien nicht so lange haltbar, sie werden nach einigen Jahren brüchig und müssen erneuert werden. Folien aus dem Baustoffhandel sind nicht geeignet.
Abdeckungen aus Glas sind immer noch am häufigsten anzutreffen, allerdings ist dieses Material sehr teuer und auch recht schwer, weshalb eine stabile Rahmenkonstruktion benötigt wird. Angeboten werden durchsichtiges Blankglas und genörpeltes Klarglas ( 2- oder 3-Scheiben-Isolierglas). Das Blankglas ist aber nur für ungeheizte Gewächshäuser zu empfehlen. Scheiben aus doppelt oder dreifach isoliertem Glas sind zwar wesentlich teurer und schwerer, sparen jedoch jede Menge Heizkosten. Glas hat auch eine höhere Lichtdurchlässigkeit als z.B. die sog. Stegdoppelplatten aus Kunststoff.
Diese Kunststoffe finden in den letzten Jahren immer mehr Liebhaber. Sie sind günstiger und auch deutlich leichter. Problematisch könnte mal ein Hagelschlag werden, auch wenn die Hagelkörner selten durchbrechen, schaden sie zumindest dem Aussehen. Ein Vorteil dieser Kunstoffprodukte ist auch die bessere Lichtstreuung, deshalb sind Schattierungsmaßnahmen oft überflüssig, es kommt seltener zu Verbrennungen. Das Material ist weitgehend UV-beständig und altert nicht. Bei allen Isolierungsmaßnahmen sollte man beachten, dass der Energieverbrauch zwar gesenkt, aber auch der Lichteinfall reduziert wird, so dass das Pflanzenwachstum zwangsläufig Einbußen erleidet.
Autor: Ralf Quirbach
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