Feuerbrand
Foto: Cosima
Feuerbrand an einer Quitte
Feuerbrand ist eine gefährliche, durch das Bakterium Erwinia amylovora verursachte Pflanzenkrankheit. Sie befällt vor allem Kernobstgewächse und kann sich seuchenartig schnell ausbreiten. Der Feuerbrand wurde vor etwa 200 Jahren zum ersten Mal in Amerika beobachtet. 1957 erreichte die Krankheit Europa, wo sie sich von England aus über den gesamten europäischen Kontinent verbreitete.
Das Krankheitsbild des Feuerbrands äußert sich dadurch, dass Blätter und Blüten befallener Pflanzen plötzlich welken und sich braun oder schwarz verfärben. Die Triebspitzen krümmen sich aufgrund des Wasserverlustes hakenförmig nach unten. Die Pflanze sieht dann wie verbrannt aus (daher der Name „Feuerbrand“).
Innerhalb von zwei bis drei Wochen sterben junge Pflanzen ab. Bei älteren Pflanzen breitet sich die Erkrankung innerhalb eines oder mehrerer Jahre aus und führt zu deren Absterben. Zur eindeutigen Diagnose ist eine Laboruntersuchung notwendig.
Außerdem tritt an den Infektionsstellen ein Bakterienschleimaustritt auf, im Winter kann es zu einem Einsinken der Rinde kommen (Canker-Stellen). Die am meisten gefährdeten Pflanzen sind Apfel- und Birnbäume sowie Quitte und Weißdorn.
Da der Feuerbrand von einem hochinfektiösen Bakterium ausgeht, müssen befallene Pflanzen sofort gefällt beziehungsweise gerodet und verbrannt werden, um ein Ausbreiten des Feuerbrands zu unterbinden. Da es sich um einen Quarantäneschaderreger handelt, muss der jeweilige Pflanzenschutzdienst darüber informiert werden (meldepflichtig in der ganzen EU).
Für die Gesundheit des Menschen besteht durch diese Pflanzenseuche keine Gefahr.
Nach Oben | Eingepflegt durch: Wenzlinge