Hallimasch


Hallimasch (Armillaria mellea) an einer Aprikose
Fotos: Reinhard Richter
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Newsgroups: de.rec.garten
Subject: Re: Pilzbefall an Aprikose - Baum noch zu retten?
From: Gerhard Zahn
Date: Sun, 22 Oct 2006 10:23:31 +0200
Message-ID:
Am Sat, 21 Oct 2006 20:44:17 +0200 schrieb Reinhard Richter:
Hallo,
>wir haben vor ein paar Jahren einen Garten übernommen. Da standen
>2 Aprikosenbäume drin, Pflanzjahr ca. 1988, Stammdurchmesser
>ca. 15cm. Beide Bäume hatten in diesem Jahr einen außergewöhnlich
>hohen Ertrag. Dann habe ich an dem einen Baum so weißes schwammiges
>Zeug entdeckt, mehrere Flächen von bis zu 20cm² Fläche. Ein Nachbar
>meinte: Pilzbefall, Baum raus. Habe ich auch gemacht, das weiße Zeug
>erstreckte sich bis in die Wurzeln. Na ja, ich hatte ja noch einen :-)
>Heute sehe ich mir den anderen an und muß da leider feststellen,
>der hat die selben Sympthome. Ich habe nun in mühevoller Kleinarbeit
>das weiche Zeug rausgepolkt, es ist schon bis 5cm in den Stamm
>eingedrungen und es riecht wie im Wald beim Pilze suchen.
>
>Ist der Baum noch zu retten? Sind andere Bäume noch gefährdet?
das sieht nicht gut aus…
Wenn der “Pilzgeruch” auch noch in Richtung Lauge tendiert, riecht es nach Hallimasch und dazu finde ich Folgendes:
“Die Diagnose “Hallimasch-befall” ist schon vor der Fruchtkörperausbildung relativ eindeutig möglich. Geschädigte oder abgestorbene Gehölze sollten an der Basis genauer untersucht werden. Findet man beim Anschneiden an der Basis fächerartig angeordnete weiße Myzelfäden, ist von einem Befall auszugehen. Häufig löst sich zu diesem Zeitpunkt auch schon die Borke vom Holzkörper, weil der Pilz das Kambiumgewebe zerstört hat. Manchmal sind auch die charakteristischen, dunkelbraunen Rhizomorphen zwischen Borke und Holz
zu finden.
Ist zweifelsfrei Hallimasch aufgetreten, müssen die befallenen Gehölze gerodet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass möglichst alle Starkwurzeln mit entfernt werden, um dem Erreger so wenig Überdauerungsmöglichkeiten wie möglich zu bieten. Da es in dichten
Pflanzungen meist nicht möglich ist, ohne massive Schädigung der Wurzeln der Nachbarpflanze ausreichend viel von den Wurzeln der abgestorbenen Pflanze zu entfernen, empfiehlt sich in solchen Fällen, die benachbarten, noch gesund erscheinenden Pflanzen ebenfalls zu roden. Sollen in die entstandenen Lücken Gehölze nachgepflanzt werden,
muss ein besonders großes Pflanzloch ausgehoben werden. Es ist zwar nicht möglich, den Hallimasch vollständig aus dem Garten zu entfernen, allerdings kann das Ersatzgehölz durch diese Maßnahme zumindest in den ersten besonders kritischen Anwachsjahren in einem unbelasteten Boden einwurzeln.”
Beste Grüße G e r h a r d
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