Zu viel/wenig Wasser
Viele werden jetzt erstaunt sein, dass ich diese beiden Punkte zusammenfasse, aber in der Tat sind die Symptome absolut identisch, weil die Ursache die gleiche ist, und die Nähe führt zu tükischen Verwechslungen.
Pflanzen, die zu wenig Wasser bekommen, vertrocknen. Die Blätter werden schlaff, vertrocknen, fallen ab. Oft sind Teile der Pflanze schon unrettbar verloren, wenn es soweit kommt. Die Gegenmaßnahme ist einfach, man muss halt regelmäßig gießen und ein völliges Austrocknen des Wurzelballens (meist) vermeiden. Wie oft und wie viel man gießen muss, hängt von der Pflanze, der Topfgröße, des Substrat, dem Standort und dem Wetter ab. Es gibt aber auch Pflanzen (z.B. Sukkulenten, Kakteen), die sogar komplett austrocknen müssen und teilweise monatelang nicht gegossen werden sollen.
Ist es aber nun passiert, dann nimmt man die vertrocknete Pflanze und taucht den Ballen in Wasser, bis er sich vollständig voll Wasser gesogen hat. Meist reicht das schon, bei starker Vertrocknung ist ein Rückschnitt sinnvoll, so die Pflanze denn einen verträgt.
Das Hauptproblem ist aber nicht das Vertrocknen, sondern das Übergießen. Wenn der Topf keinen guten Wasserabzug hat, sondern, wie z.B. bei Zimmerpflanzen, einen geschlossenen Übertopf oder wenn das Abzugslock verstopft ist, bleibt das Gießwasser im Topf stehen und es bildet sich Staunässe. Die Folge davon ist, dass die Wurzeln der Pflanze verfaulen, die Pflanze kann nicht mehr genug Wasser aufnehmen, da zu wenig gesunde Wurzeln vorhanden sind und die Pflanze vertrocknet.
Das Tückische daran ist, dass man nur die hängenden Blätter sieht, und schnell mehr gießt. Damit wird das Über aber natürlich verstärkt. Daher sollte man immer eine Daumenprobe machen, ob der Ballen wirklich trocken ist, bevor man wieder gießt.
Ist Staunässe aufgetreten und zeigen sich erste Symptome, sollte man sofort das stehende Wasser vollständig entfernen. Stinkt der Ballen schon sehr, kann Umtopfen in frische, nicht verfaulte Erde sinnvoll sein, genrell rate ich davon aber ab, da die Wurzeln durch das Entfernen der matschigen Erde noch weiter geschädigt werden können. Falls die Pflanze schnittverträglich ist, kann es wieder sinnvoll sein, sie obenrum zurückzuschneiden, um die Verdunstungsfläche zu verringern, das Hängt vom Grad der Vertrocknung ab. Danach ist Geduld angesagt, denn nun muss man die Pflanze erst mal völlig in Ruhe lassen und erst wieder gießen, wenn der Ballen wirklich trocken ist. Von da an sollte vorsichtiger als früher gegossen werden.
Text: Kathinka Wenz
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