Insekten
ANMERKUNG ZU INSEKTIZIDEN
An dieser Stelle möchte ich eine Anmerkung zu Spirtzmittel gegen Schädlinge bringen. Ich lese manchmal Sätze wie “Ich verwende keine Chemie im Garten, Läuse bekämpfe ich mit einer Brühe, die ich aus Zigaretten herstelle, die ich in Wasser einweiche.”. Bei solchen Sätzen gruselt es mich immer, gibt es wirklich Menschen die glauben, nur weil man es selber hergestellt hat, ist es nicht giftig? Nikotin ist ein starkes Nervengift, und niemand weiß, wieviel Nikotin sich aus der Kippe löst und im Wasser vorhanden ist. Und dieses Gift dann in der Wohnung zu versprühen, halte ich für sehr mutig. Andere schlagen vor, Diesel, Essig oder Salz zur Unkrautbekämpfung einzusetzen, was ähnlich gruselig ist. Selber die so harmlose Schmierseifenlösung besteht nun mal aus Seifenlauge und Spiritus, von der ich nicht weiß, wie lange sie braucht, bis sie sich zersetzt. Und Brennesselkaltwasserauszug enthält Nesselgift, nur weiß keiner genau, in welcher Menge.
“Chemie aus dem Gartencenter” kommt wenigstens mit Bedienungsanleitung, da steht auf dem Beipackzettel genau die Inhaltsstoffe, die Anwendungsweise und die Nebenwirkungen werden beschrieben und auch die Wartezeiten, bis die Pflanzen, sofern die Mittel für den Nutzpflanzenanbau zugelassen sind, wieder gegessen werden dürfen. Das ist mir doch wesentlich sympathischer als selbstgepanschte Mittelchen mit unbestimmten Inhaltsstoffen und Nebenwirkungen. Dazu kommt, dass es auch aus dem “Giftschrank” durchaus für den Menschen vollkommen harmlose Mittel, wie z.B. Neem gegen Blattläuse, gibt.
Man davon abgesehen, das in der Zwischenzeit (vermutlich wegen der viel zu lässigen Umgangs damit) alle selbergebrauten Mittel nicht zugelassen sind, also nicht mal die berühmte Schmierseifenlösung.
Für den kritischen Leser: Das steht im Pflanzenschutzgesetz (PflSchG).
Es gibt eine Positivliste der zugelassenen Mittel (§6a PflSchG), was da nicht draufsteht, ist auch nicht zugelassen. Daraus ergibt sich ganz automatisch, das nichts Selbstgepanschtes mehr zugelassen ist.
Jeder solle sich also vor dem Einsatz eines Schädlingsbekämpfungsmittel fragen, wie er am besten und am sichersten für die Umwelt sein Ziel erreicht. Ich glaube, dass das am besten durch den Einsatz eines geeigneten, zugelassenen Mittels mit entsprechender Beratung geht. Dafür ist allerdings auch wichtig, dass man vorher genau weiß, was man bekämpfen will.
Autor: Kathinka Wenz
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