Igel


Unsere mitteleuropäischen Igel bevorzugen eher trockene Umgebungen, man findet sie z.B. in lichten Wäldern, Grasländern und Kulturlandschaften. Außerhalb der Paarungszeit sind sie zumeist Einzelgänger. Sie sind vorwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv. Sie können auch nur sehr schlecht sehen, und verlassen sich eher auf ihren Geruchssinn.
Die Nahrung der Igel besteht in erster Linie aus Wirbellosen (Insekten und deren Larven, Würmer und Schnecken), sie nehmen aber auch kleine Wirbeltiere, Eier und Aas zu sich. In kleinem Ausmaß verzehren sie auch pflanzliches Material wie Wurzeln und Früchte.
Die meisten Igel kommen sehr gut ohne den Menschen zurecht. Will man ihnen helfen, sollte man ihnen kein Futter hinstellen, sondern für gute Lebensbedingungen sorgen, also auch Plätze zum Überwintern schaffen, indem man einen Haufen mit Laub und Zweigen liegen lässt, den Garten nicht so akribisch aufräumt und ihn naturnah gestaltet. So verleitet man ein Tier auch zum Bleiben, wenn es von alleine zugewandert ist, niemals sollen Igel vom Menschen versetzt werden.
Löcher im Garten (wie eingegrabene Regentonnen, die nur halb voll sind oder ähnliches) müssen für Igel unbedingt abgedeckt werden. Steilwandige Löcher stellen für die nachtaktiven Igel eine ggf. tödliche Gefahr dar (Verletzungen, ggf. Verhungern/Erfrieren usw.). Sie tappen in solche “Fallen” auch häufig hinein, denn sie orientieren sich in erheblichem Maße nach Geruch und Gehör. Steilwandige Löcher/ Senken (z.B. entleerte Wasserbecken, Sicker-oder Lichtschächte, ggf. sogar Kellertreppen o.ä.) erkennen Igel häufig nicht rechtzeitig..
Sie können zwar z.B. nachts die Breite einer Straße einschätzen (und überqueren diese um so schneller, je breiter sie ist) aber sie würden dabei in jedes Loch fallen, das auf ihrem Weg läge. Klettern können sie so gut wie gar nicht.

Ist keine Wasserquelle in der Nähe, ist eine flache Schale mit frischem Wasser sinnvoll, die dann auch von den Vögeln genutzt werden kann.
Wir haben ein Igelhaus gebaut. Wichtig ist hier, dass der Eingang klein ist, der Igel liebt es eng (ca. 8-10cm). Das Haus sollte mind. 30×30cm groß sein. Es wird mit Laub oder Stroh gefüllt.

Diese Haus wird dann in eine ruhigen Ecke gestellt, geschützt mit ausreichend Laub und Ästen, sofern die Hütte zum Überwintern dienen soll. Direkt vom dem Bau sollte kein hohes Gras oder unüberwindbare Mauern oder Zäune sein. Hunde im Garten mögen Igel auch nicht.
Aber einen gesunden Igel sollte man ansonsten in Ruhe lassen. Ist das Tier kurz vor dem Winter deutlich erkennbar zu klein oder ist es verletzt, solle man bei den nächstgelegenen Igelstation anfragen. Auf keinen Fall sollte man als Laie ohne sachkundige Hilfe die Überwinterung versuchen. Gute Hinweise zu dem Thema gibt es zusätzlich bei Pro-Igel.
Text: Kathinka Wenz, Thorwald Brandwein, Manfred Fiebig, Karla Baumann, Marco Schwarz
Bilder: Kathinka Wenz
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